Ein "Grandseigneur"

Hans Babl, über 30 Jahre Geschäftsführer des Bauernverbandes, Gründungsmitglied des Museumsvereins und einst auch CSU-Kreisrat, wurde am Donnerstag zu Grabe getragen. Bild: Held
Lokales
Nabburg
01.08.2015
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Als einen bescheidenen, beliebten, hilfsbereiten, sozialen und christlichen Menschen charakterisierten alle Trauerredner den am 24. Juli im Alter von 88 Jahren verstorbenen Hans Babl. Am Donnerstag wurde der frühere Fürsprecher der Bauern auf dem Waldfriedhof beerdigt.

Weggefährten, Freunde und Bekannte - weit über Nabburg hinaus - erwiesen einem die letzte Ehre, der "lieber im Stillen wirkte, als groß im Vordergrund zu stehen" wie es Stadtrat Karl Beer formulierte, der im Namen der Vereine einen Nachruf sprach. Im Stillen zu wirken, ohne große Gesten, war auch Hans Babls Credo im Bayerischen Bauernverband. Von 1957 bis 1989 war er als BBV-Geschäftsführer in Nabburg ein gefragter Berater und Ratgeber für die Landwirte, erinnerte Peter Huber, Direktor der Hauptgeschäftsstellen Oberpfalz und Niederbayern des BBV an den beruflichen Werdegang Babls.

Auch in der forstwirtschaftlichen Vereinigung war er der Antreiber im Hintergrund. Seine Worte hatten Gewicht. Eng verbunden ist der Name Hans Babl mit dem Museumsverein und dem Bauernmuseum Perschen. Er war Gründungs- und Ehrenmitglied, "der Grandseigneur", sagte Bürgermeister Armin Schärl als Vereinsvorsitzender, auch stellvertretend für die Mitarbeiter des Freilandmuseums Neusath-Perschen. Als "konservativer Mensch im wahrsten Sinne" wollte er die Oberpfälzer Lebenskultur bewahren, erhalten und vermitteln: "Für unseren Verein war er Motor, Ideengeber und Sachverständiger zugleich, für mich als Vorsitzenden ein väterlicher Freund."

Das war er auch im katholischen Männerverein, bei der Marianischen Männerkongregation, dem TV, dem BRK oder dem OWV und im politischen Bereich bei der CSU. Besonders stolz sei er gewesen, sagte ein Ordensmitglied, als er 2003 im Elsass als Bruder in den Orden der "Silberne Bruch" aufgenommen wurde. Diese übernationale Gemeinschaft hat sich dem Schutz von Wald, Wild und Flur und der Förderung der waidgerechen Jagd verschrieben.

Der Verstorbene, Mitglied der Hegegemeinschaft Wernberg und der Kreisgruppe Nabburg des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), hatte den Ruf eines umsichtigen Jägers. Die Bläsergruppe spielte ihm "Auf Wiedersehen", "Jagd aus" und "Halali". Das Requiem in der Stadtpfarrkirche zelebrierte Ruhestandspfarrer Gottfried Rottner, der auch die Einsegnung vornahm.
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