Einigkeit im Stadtrat: Kein Zuschuss zur Netzsanierung in der Brudersdorfer Gruppe
Stadt keine freiwillige Mitzahlerin

Lokales
Nabburg
04.12.2014
0
0
Einstimmig lehnte der Stadtrat einen Antrag der "Interessengemeinschaft Brudersdorfer Gruppe" ab, die sich einen Zuschuss zur Sanierung des Leitungsnetzes als freiwillige Leistung der Stadt erhofft hatte. Begründung: Verbesserungen des Leitungsnetzes seien grundsätzlich über Beiträge und Wasserpreis zu finanzieren. Außerdem würde man sonst eine Ungleichbehandlung mit dem übrigen Stadtgebiet schaffen.

Die aktuelle Diskussion um die geplante, kostenintensive Sanierung des Leitungsnetzes durch den Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe erhitzt die Gemüter im Versorgungsgebiet. "Derzeit laufen auch noch vielseitige Bestrebungen auf politischer Ebene, trotz geringer Chancen vielleicht doch noch eine Förderung zu bekommen", sagte Bürgermeister Armin Schärtl dazu in der Stadtratssitzung. Eine Auflösung des Verbandes stehe nicht zur Diskussion, weil sich der Gemeinderat von Schmidgaden eindeutig dagegen positioniert hat.

Es ging um 240 000 Euro

Mit den Betroffenen sei im Sommer ein sogenannter "Runder Tisch" gegründet worden, der bisher dreimal getagt hat. Vertreter aus dem Nabburger Bereich stellten nun einen Antrag beim Zweckverband, der darauf abzielt, dass die Stadt Nabburg die Sanierung bezuschusst. Im Zweckverband kam man laut Schärtl überein, es den drei beteiligten Kommunen Nabburg, Schmidgaden und Schnaittenbach anheim zu stellen, wie sie damit umgehen. Beantragt wurde, 25 Prozent des ersten Bauabschnittes als freiwillige Leistung zu übernehmen. Für Nabburg hieße das grob: ein Viertel von 2,8 Millionen macht 700 000 Euro, bezogen auf 120 Nabburger Wasseranschlüsse wären letztlich 240 000 Euro beizusteuern.

Die nicht zum Versorgungsgebiet gehörenden Ortsteile Littenhof und Wolfsbach fallen in die Zuständigkeit der Gemeinde Schmidgaden und werden über den Wasserpreis herangezogen. Für das eventuell kommende Gewerbegebiet Passelsdorf ist keine größere Dimensionierung vorgesehen. Es würde später über Herstellungsbeiträge abgerechnet.

In der Diskussion trat Altbürgermeister Josef Fischer dafür ein, doch eine Auflösung des Zweckverbandes anzugehen, der schon seit 1972 keine Existenzberechtigung mehr besitze. Sie brächte dem Nabburger Stadtgebiet "woanders auch übliche", einheitliche Abrechnungsgrundlagen.

Gravierende Folgen

Der Verbandsgeschäftsführer und Schmidgadener Kämmerer Hans Werner verdeutlichte: Im Falle einer Auflösung müsste der Bereich aus dem Schmidgadener Gemeindegebiet an die Wasserversorgung Trisching angeschlossen werden, die dann auch die anstehende Sanierung mit zu zahlen hätte. "Und dagegen wehren sich die Trischinger mit Händen und Füßen", wusste er. Ähnlich verhalte es sich in Nabburg: Da hätte das Stadtgebiet dann auch für diese nun fälligen Maßnahmen mit aufzukommen. Eine einheitliche Regelung wäre laut Verwaltungsleiter Hans Sorgenfrei in Nabburg ohnehin nicht in Sicht: Denn östliche Ortsteile beziehen ihr Wasser aus Pfreimd.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.