Emilies Vermächtnis

Lokales
Nabburg
15.11.2014
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"Es ist unsere Plicht zu erzählen", diesen Leitsatz aus der Pessach-Haggada, hat sich Professor Dr.Erika Rosenberg zu eigen gemacht. Deshalb unternimmt sie immer wieder Vortragsreisen, um die Schrecken des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Mit seinem Film "Schindlers Liste" hat der amerikanische Regisseur Steven Spielberg 1993 Oskar Schindler weltweit ein Denkmal gesetzt. Während des Zweiten Weltkrieges retteten Oskar Schindler und seine Frau Emilie 1200 Juden vor der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten.

Gemäß dem Leitbild als soziale Schule, eben als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", lud die Naabtal-Realschule Professor Dr. Erika Rosenberg bereits zum wiederholten Male ein. Dieser deutsch-argentinischen Publizistin und Schindler-Biografin gebührt der Verdienst, Emilies unterschätzten Anteil an der Rettung der 1200 Juden bekannt gemacht zu haben. Erika Rosenberg wurde als Tochter deutscher Juden in Buenos Aires geboren. Ihre Eltern flohen 1936, noch vor dem Holocaust, über Paraguay nach Argentinien.

In einem zweistündigen Vortrag schilderte die Referentin die intensiven Gespräche mit Emilie Schindler, die zu einer Freundschaft mit ihr, aber auch zu über 70 Stunden Tonbandaufnahmen führten, aus denen Rosenberg 1997 die Biografie "In Schindlers Schatten" fertigte. "Es ist unsere Plicht zu erzählen", diesen Leitsatz aus der Pessach Haggada, hat sich Professor Erika Rosenberg zu eigen gemacht. Deshalb unternimmt sie auch immer wieder Vortragsreisen. Sichtlich beeindruckt waren die Schüler der 10. Jahrgangsstufe; darüber hinaus war man sich einig, dass sich diese schrecklichen Geschehnisse niemals wiederholen dürfen.

Nach dem Vortrag gingen die Schülersprecher zusammen mit der Referentin und ihrem Mann, dem Vertreter der Schulleitung Thomas Spörer und ihren Lehrern Gerda Bayer und Bernd Schöttl zu den in Nabburg verlegten "Stolpersteinen". Dort wird die Erinnerung an deportierte und ermordete Mitglieder der jüdischen Familien Baum, Wilmersdörfer und Bruckmann wach gehalten. Auf die Messingoberfläche wurde der Name des Toten, sein Geburtsdatum und das Datum seiner Deportation und Ermordung graviert, ehe der Stein ins Trottoir eingelassen wurde.
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