Engagement für Verständigung

Lokales
Nabburg
20.11.2015
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Auf seinem Notebook zeigt der angehende Abiturient eine Europakarte, darauf abgebildet 32 rote Markierungen, verteilt über Großbritannien und Deutschland. "Ein einziger roter Pfeil befindet sich auch in Bayern - hier, das bin ich", lächelt Peter Gietl. Man darf dies durchaus als Novum bezeichnen.

Die ,,UK-German Connection" ist eine bilaterale Initiative für Schulen und Jugendgruppen. Sie wurde im Jahr 2005 gegründet und wird von den Regierungen Deutschlands und des Vereinigten Königreiches, dem British Council und dem Pädagogischen Austauschdienst finanziert und geleitet. Mit Gietl hat das Gymnasium einen von insgesamt 32 internationalen Jugendbotschaftern in seinen Reihen. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern, die allesamt einen durchaus anspruchsvollen Bewerbungsprozess absolvieren mussten, engagiert sich Peter Gietl in diesem Schuljahr, um seine Mitschüler zu motivieren, sich auch für eher alltägliche Facetten des Lebens im Vereinigten Königreich zu interessieren.

Eine wesentliche Voraussetzung für seine Ernennung bildete sein aktives und kenntnisreiches Interesse für das andere Land und die Bereitschaft, sich mit eigenen Ideen und persönlichem Engagement für deutsch-britische Aktivitäten und Kontakte einzusetzen. Vorbereitet wurde er auf seine anspruchsvolle Aufgabe bei einem dreitägigen Workshop in London, wo ein breitgefächertes Spektrum an möglichen sozialen, politischen und historischen Projektthemen erarbeitet wurde.

Diese Erfahrungen möchte Gietl nun gemeinsam mit seinen englischen Projektpartnern im Zuge von Unterrichtsprojekten auch praktisch umsetzen. In einer achten Klasse seines Gymnasiums gab er gemeinsam mit seiner Lehrerin Dr. Anja Wiesner bereits einige Einblicke in die englische Geschichte. Als Jugendbotschafter möchte er aber nicht nur die Gymnasiasten im Blick haben, sondern auch schon Grundschüler ansprechen.

Mit seiner Mutter, der Grundschullehrerin Gertraud Gietl, hilft er Diendorfer Viertklässlern beim Verfassen englischer Steckbriefe und E-Mails, um neu gewonnene Brieffreundschaften zu pflegen, oder er organisiert Skype-Konferenzen, um auch der gesprochenen englischen Sprache den ihr gebührenden Platz einzuräumen. "Am Anfang ist man schon etwas nervös, aber das legt sich bald, wenn man merkt, dass es den englischen Freunden mit unserer deutschen Sprache ganz ähnlich geht", zeigte sich eine Grundschülerin vom Projekt begeistert.

Für Schulleiter Franz Xaver Huber rückt gerade vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse von Paris ein wichtiger Aspekt ins Blickfeld. Er unterstützt daher Peter Gietl in seinem Engagement ausdrücklich und appelliert: "Wir alle hoffen natürlich, dass mit derartigen Projekten die Ideen der Solidarität, der Völkerverständigung und der Weltoffenheit nachhaltig gefördert werden. "
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