Erinnerung an harte Zeiten

Die Museumsbesucher konnten sehen, wie früher Getreide transportiert und dann gedroschen wurde. Bild: ral
Lokales
Nabburg
30.09.2015
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Die Erntearbeiten sind auch im Freilandmuseum abgeschlossen. Nun bekamen die Besucher zu sehen, wie früher Getreide gedroschen wurde. In Zeiten, in denen es noch keinen Mähdrescher gab, verlief das oftmals recht mühselig.

Mehr als 500 Besucher kamen am Sonntag ins Freilandmuseum nach Neusath. Der Tag stand ganz im Zeichen des Dreschens, dabei wurden den Besuchern die Techniken gezeigt, wie das Getreide-Ernten noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg ablief. Es war ein Ausflug in eine andere Zeit. Viele Besucher kennen nur die Ernte des Getreides mit hochmodernen Mähdreschern, die über die Felder fahren und die Halme mit dem Getreide abschneiden und gleich dreschen - alles in einem Vorgang.

Viele Ältere können sich noch gut erinnern, wie das früher abgelaufen ist. Bauhofleiter Konrad Uschold war mehr als zufrieden mit dem Besuch am Nachmittag. "Dies tut schon gut, nachdem die letzten beiden Veranstaltungen der schlechten Witterung zum Opfer gefallen sind", freute er sich.

Im Stadel des Langerbauern konnten sich die Besucher daran versuchen, mit dem Dreschflegel zu hantieren. Keine gerade leichte Angelegenheit, wie schnell festzustellen war! Die Drescher mussten im Takt auf das auf dem Boden ausgebreitete Stroh einschlagen, dabei durften sie sich natürlich nicht gegenseitig verletzen. Das war eine wahre Knochenarbeit. Da konnten die Besucher sehen, dass es nicht leicht war, das Korn vom Halm zu gewinnen. Mit der Windmühle wurde das gedroschene Getreide von Dreck und Spreu getrennt.

Georg Selch zeigte, wie Strohbänder gebunden werden. Diese Bänder waren sehr wichtig, denn wenn das Stroh mit Sense und Wachel abgeschnitten war, musste es in Bündel gebunden werden, um es so auf das Fuhrwerk verladen zu können. In früheren Zeiten, berichtete Selch, musste er zur Erntezeit 60-mal am Tag solche Bündel erstellen.

Im Juradorf wurde der Stiftendrescher vorgestellt. Ihm wird das Getreide parallel zur Dreschtrommel zugeführt. Es wird sodann von den Schlagleisten der schnelldrehenden Trommel aus den Ähren geschlagen. Eine große Erleichterung für die Landwirtschaft bedeutete einst die Einführung der großen meist durch Dampf oder später elektrisch angetriebenen Dreschmaschine. Wie diese funktionierte, konnten die Besucher bei der Raiffeisenhalle sehen. Im dortigen Stadel wurde das Getreide am Halm mit dem Pferdefuhrwerk angeliefert und dann mit der großen Dreschmaschine gedroschen.

Aus Getreide wird in der Mühle Mehl, daraus backt der Bäcker Brot und Kuchen. Dieser durfte natürlich am Dreschtag im Freilandmuseum nicht fehlen. Im Schallerhof aber auch im Naabtaldorf konnten die Gäste frisch gebackenes Brot aus dem Ofen kaufen. Es gab aber auch traditionelle Kuchen von früher, so den Osterkuchen mit Quark und Rosinen, Zwetschgenkuchen, Brotkuchen und Hefezopf. Im Matzhof wurden selbstgeschnitzte Holzpantoffeln angeboten. Für den Garten gab es einen richtigen Holzrechen, der nicht nur leicht ist, sondern auch den Rasen oder die Wiese schont.
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