Es hakt am Denkmalschutz

Das Gebäude Am Obertor 4 (vorne) steht kurz vor der Fertigstellung. An der ehemaligen Marienkirche (dahinter) dauern die Arbeiten noch länger. Mit 3,2 Millionen Euro steht das gesamte Sanierungsprojekt in der oberen Altstadt zu Buche. Bild: Amann
Lokales
Nabburg
22.11.2014
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Die Spitalkirche sollte schon längst fertig sein. "Es stockt etwas", bedauerte Bürgermeister Armin Schärtl in der Bürgerversammlung. Er machte dafür einen "Knatsch" mit dem staatlichen Denkmalschutz verantwortlich.

Der Rück- und Ausblick stand im Mittelpunkt der Präsentation des Bürgermeisters. Vor etwa 120 Zuhörern unternahm Armin Schärtl einen Streifzug durch die Kommunalpolitik. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Sanierung der einstigen Marienkirche und des Nachbaranwesens Am Obertor 4, das derzeit größte bauliche Projekt unter der Regie der Stadt.

Während das Wohngebäude fast fertig ist, gibt es an dem früheren Kirchenbau noch einiges zu tun. Meinungsverschiedenheiten mit dem Landesamt für Denkmalpflege nannte Schärtl als Ursache dafür, dass es zu mehrmonatigen Verzögerungen gekommen ist. In Kürze gingen die Arbeiten nun weiter. Einen neuen Fertigstellungstermin nannte er in der Bürgerversammlung aber nicht.

Der Stadtrat habe ferner beschlossen, das Gebäude an der Spitalgasse 2 für etwa 63 000 Euro von der Kirchenstiftung zu erwerben, um den Umgriff der sanierten Spitalkirche dann besser gestalten zu können. Auch mit dem auf der anderen Seite des Platzes vorgesehenen, evangelischen Gemeindehaus wolle man jetzt alsbald in die Gänge kommen.

Schärtl ging auf weitere bedeutende Investitionen des Jahres ein. Er nannte da den Neubau von Kindergarten/-krippe (400 000 Euro Restfinanzierung), den Grunderwerb im Industriegebiet (520 000 Euro), die Abwasseranlage in Eckendorf (460 000 Euro), die Erneuerung der Wasserleitung und des Kanals im Kapellenweg, Eichenweg, Mittleren Weinberg, Brunnanger-Süd und in der Rotbühlstraße (365 000 Euro), die Sanierung des Wasserwerks (47 000 Euro) und die Ersatzbeschaffung eines Streusalzsilos (52 000 Euro).

210 000 Euro stecke die Stadt demnächst in die weitere Breitbanderschließung, um die Förderhöchstsumme des Staates (840 000 Euro) beanspruchen zu können. Im Baugebiet Am Bauernfeind seien alle Plätze verkauft. Ein neues Baugebiet entstehe mit 12 bis 15 Parzellen Am Kastanienbaum zwischen der Kreisstraße SAD 28 und dem Oberen Weinberg.

Als sehr erfreulich bezeichnete er private Sanierungen in der Altstadt und insgesamt neun Betriebsansiedlungen. Auf der Suche nach einem Schlecker-Nachfolger habe man "eigentlich schon eine Zusage" einer Drogeriemarktkette Am Angerweiher.

Schärtl kam auch auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept zu sprechen. "Die Stadt möchte das Hotel Post erwerben", informierte er, dass Gespräche am Laufen seien und die Eigentümer nur noch abgabebereit sein müssten. Die Gesamtverschuldung der Stadt liege am Jahresende bei rund acht Millionen Euro (1373 Euro pro Kopf). Damit sei sie seit 2008 um rund 16 Prozent angestiegen, wofür jedoch auch entsprechende Gegenwerte geschaffen worden seien. Man könne also nicht davon reden, dass die Stadt pleite ist. (Weitere Berichte folgen)
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