Facettenreichtum der Blasmusik

Einen Teil des Programms bestritt die Bigband (in Schwarz), den anderen Teil die Jugendblaskapelle (in Grün). Abschließend traten sie in einem Gemeinschaftsorchester auf. Bild: bph
Lokales
Nabburg
24.09.2014
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Funkiger Bigband-Sound, gemischt mit zuckersüßen Polkaklängen und kernigen Märschen, müssen kein Gegensatz sein. Den Beweis traten am Samstag die "Swing-a-ling-ding"-Band und die Jugendblaskapelle in der Nordgauhalle an. Das Programm war reich an Höhepunkten.

Die gemeinsame Leidenschaft aus druckschwarzen Noten, Töne zu zaubern, war es letztlich, die beide Formationen zusammenbrachte und zur Höchstform auflaufen ließ. Die bläserische Vielfalt war ganz im Sinne der Zuhörer, welche die Darbietungen mit begeistertem Applaus honorierten. Der musikalische Stilmix, so die Meinung der Gäste, verdient zu gegebener Zeit eine Wiederholung.

Die Bigband startete mit ihrer Erkennungsmelodie "Swing a ling ding" aus der Feder von Peter Herbolzheimer. Daraus leitete das Ensemble unter der Regie von Dr. Siegfried Koller seinen Namen ab. Schlag auf Schlag präsentierte Klassiker der Swing- und Bigbandmusik: Zu hören waren "Fun Time" (Sammy Nestico), "Walkin"Tip Toe" (Bert Joris) und "American Patrol" (Jerry Grey, Arr. Glenn Miller). Stimmgewaltige Unterstützung durch Antonia Schönberger (Landes-Jazzorchester Bayern) fanden die 17 Instrumentalisten bei "A Night like this", "Route 66" und "Son of a Preacher Man ".

Zwischendurch Zugaben

Im Anschluss ging es instrumental weiter mit "Vine Street Rumble" (Benny Carter), "Caribbean Dance" (Victor Lopez) und "I left my heart in San Francisco" (George Cory). Mit "The Jazz Police" von Gordon Goodwin endete der erste Programmteil. Als Solisten glänzten Andrej Lubanov (Trompete), Peter Saller (Baritonsax), Martin Hinkel (Posaune), Maxi Kiener (Gitarre), Juri Smirnov (Altsaxofon), Alexander Arnold (Piano) und Dr. Koller (Tenorsax). Dass die Titelauswahl ganz im Sinne des Publikums war, offenbarten die vielen Rufe nach Zugabe. Es folgte der weltberühmte Jazz-Klassiker "In the Mood" von Glenn Miller; er rundete den Jazz-Part des Abends ab.

Bläserischer Brückenschlag

Nach dem Umbau übernahm das Konzertorchester der Jugendblaskapelle unter Stabführung von Markus Ferstl die Bühne. Zum Einstieg in die traditionelle Blasmusik wählte er den "Graf Zeppelin-Marsch" von Carl Teike. Gefühlvoll, fast zum Kuscheln die "Streicheleinheiten" von Alexander Pfluger - zuckersüße Polkaklänge - die zarteste Versuchung seit es Polka gibt - melancholisch, dramatisch, impulsiv und ein Tenorhorntrio zum Träumen, so Moderatorin Antonia Giehrl. Schwungvoll und dynamisch folgten die Schnellpolka "Leichtes Blut" von Johann Strauß Sohn und der blechlastige "Melton-Marsch" von Franz Watz.

Eine Brücke zum Big-Band-Stil schlugen die Musiker mit dem Medley "Erinnerungen an Satchmo" (Spitzname von Louis Armstrong), dem wohl bekanntesten Jazzmusiker der Welt, bevor der Marsch "Die Regimentskinder" von Julius Fucik mit seiner wirkungsvollen Pfeif-Passage schon die Endrunde des Konzerts einläutete. Dass Musik wirklich verbindet, bewiesen die hoch motivierten Akteure beim Gemeinschaftschor. Über 70 Musiker überzeugten erneut mit dem African-doo-wop- Song "The lion sleeps tonight" und der böhmischen Polka "Wir Musikanten" von Kurt Gäble.

Besuch lässt Wünsche offen

Verständlich und nicht anders zu erwarten, nach diesem außergewöhnlich notenreichem Abend: Die begeisterten Zuhörer forderten weitere Zugaben und bekräftigten dies mit "Standing Ovations". Die Antwort waren "Watermelon man", ein Jazz-Rock von Herbie Hancock und der "Rainer-Marsch" mit Gesang, die heimliche Hymne der Jugendblaskapelle. Der minutenlange Applaus tröstete die Akteure letztlich über den doch etwas enttäuschenden Besuch hinweg.
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