Freie Plätze für Flüchtlinge

Die Teilnehmer am "Abend der Ausbildung" nutzten den Gedankenaustausch für eine Betriebsführung, die EMZ-Personalreferent Markus Block (Zweiter von rechts) organisierte. Bild: rid
Lokales
Nabburg
17.10.2015
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Gelassen reagieren Schule und Wirtschaft auf die Flüchtlingswelle. "Die Potenziale können wir gut gebrauchen", denkt Inga Tschirch. Die Sprecherin der Wirtschaftsjunioren rief beim "Abend der Ausbildung" die Unternehmen auf, an der beruflichen und sozialen Integration der Flüchtlinge mitzuwirken.

(rid) Treffpunkt war am Donnerstag die Kantine der Firma EMZ-Hanauer in Nabburg. Die Wirtschaftsjunioren und die Mitglieder des Arbeitskreises "Schule-Wirtschaft" stellten beim jährlichen "Abend der Ausbildung" die "Flüchtlingsthematik" in den Mittelpunkt. Unternehmer Thomas Hanauer und Landrat Thomas Ebeling begrüßten die Initiative der Wirtschaftsjunioren, die bei einem Aktionstag in dieser Woche gemeinsam mit der Berufsschule sieben Jugendliche in ein Praktikum vermittelten.

"Die jungen Leute sind sehr motiviert", ließ sich Inga Tschirch sagen. Die Vorstandssprecherin der Wirtschaftsjunioren ist überzeugt: "Die Jugendlichen werden den Ausbildungsmarkt beleben und können freie Lehrstellen besetzen." Sie ermunterte die Betriebe, Patenschaften für unbegleitete Jugendliche zu übernehmen und sie auf dem Weg in Beruf und Gesellschaft zu begleiten.

Positive Erfahrungen macht derzeit auch Katrin Fichtl. Die junge Lehrerin unterrichtet an der Grundschule Neunburg vorm Wald eine Klasse mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien. Obwohl die Mädchen und Buben aus sieben Herkunftsländern stammen, machen sie gute Fortschritte. "Die Kinder haben die Schulstrukturen schnell durchschaut und sind sehr lernwillig", hat Fichtl schon nach wenigen Wochen erfahren dürfen.

Auch Deutsche profitieren

"Entspannt" - so beurteilt Schulamtsdirektorin Renate Vettori die aktuelle Lage an den Schulen. Derzeit gibt es an den Grund- und Mittelschulen in Neunburg, Oberviechtach, Pfreimd, Schwandorf-Kreuzberg, Nittenau und Teublitz "reine Klassen mit Asylbewerbern oder flexible Integrationsklassen". Werden Kinder aus Flüchtlingsfamilien in Regelklassen untergebracht, gibt es für sie zusätzlich Lehrerstunden zur Deutschförderung. "Sie kommen auch den lernschwächeren deutschen Kindern zugute", betont die Vertreterin des Schulamtes. Schulen mit erhöhtem Förderbedarf können zusätzliche Stunden beantragen.
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