Freunde an Naab und Dordogne

Weine aus dem Anbaugebiet um die Partnerstadt verkauft der Förderverein. Der Erlös unterstützt die Vereinszwecke. Bilder: hfz (2)
Lokales
Nabburg
21.11.2015
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Nabburg und Castillon la Bataille stehen vor einem Jubiläum. Die beiden Partnerstädte feiern 2016 das "30-Jährige". Gegenseitige Besuche sind da vorgesehen.

Im Mai 1986 unterzeichneten die Bürgermeister Alois Kraus und Marcel Jouanno die Patenschaftsurkunden. Ziemlich exakt 30 Jahre später bildet dieser denkwürdige Akt wieder einmal Anlass zur Begegnung und zum Feiern: Im Juni, voraussichtlich Ende des Monats, organisiert der Nabburger Partnerschaftsverein eine einwöchige Reise nach Südfrankreich. Die Tour wird in wenigen Wochen ausgeschrieben. Es hat sich bewährt, die weite Strecke mit rund 1350 Kilometern in Etappen zurückzulegen - auf dem Hinweg über die Schweiz, auf der Rückfahrt mit Zwischenstation in Paris.

Viele Teilnehmer der vergangenen Fahrten kennen so auch die französische Hauptstadt, sind umso mehr betroffen von den Ereignissen der letzten Tage. Erschütterung und Fassungslosigkeit spürte die perfekt Französisch sprechende Fördervereinsvorsitzende Birgit Krogner, als sie Telefonate in die Partnerstadt führte. Nicht nur auf Vereinsebene fühlt sie sich Castillon verbunden, sie hegt und pflegt auch private Kontakte zum Deutschland-Beauftragten des Castilloner Vereins, Pierre Meunier, und zur Familie des Weinbauern Thibaut. Der Bordeaux-Wein aus seinem Weingut im Anbaugebiet Cotes de Castillon ist auch immer recht begehrt, wenn die Franzosen nach Nabburg kommen. Seit etlichen Jahren machen sie sich auf den Weg von der Dordogne an die Naab und sind mit von der Partie, wenn in ihrer Oberpfälzer Partnerstadt für ein Wochenende das Mittelalter einzieht. Sie betreiben da selber einen Stand. Das "Spectacle historique"- eine Erinnerung an die Schlacht zwischen Franzosen und Engländern anno 1453 - bei Castillon, in dem Nabburger schon als Statisten mitspielen durften, fällt dagegen nächstes Jahr aus. Die näheren Gründe kennt man in Nabburg nicht, lediglich von Unstimmigkeiten und finanziellen Problemen war beiläufig zu hören.

Das Interesse auf Nabburger Seite an den Frankreich-Fahrten war schon einmal größer, weiß Birgit Krogner, seit zehn Jahren Vereinsvorsitzende. Waren lange Zeit auch Sportler wie Fußballer und Handballer gerne und des öfteren in Castillon, so sind es nun in erster Linie die Feuerwehr und die Jugendblaskapelle, die ihre Verbindungen aufrechterhalten. "Es fehlt ein bisschen am Nachwuchs", würde sich Krogner wünschen, dass auch Jugendgruppen Interesse am Aufbau partnerschaftlicher Beziehungen zeigen. "Wir helfen beim Planen", stellt sie Unterstützung in Aussicht. Und: Wer fährt, darf auch mit einem Zuschuss des Vereins rechnen. Die Stadt Castillon bietet zusätzlich einen Anreiz: Besuchern aus der Partnerstadt stellt sie ihre Ferienwohnanlage zur Verfügung, so dass die Tage unter der Sonne des Südens auch zu einem richtigen Gemeinschaftserlebnis werden können. Der nahe liegende, weltbekannte Weinbau-Ort Saint-Emilion bietet nebenbei einen touristischen Anreiz.

Auch auf französischer Seite hat sich über die Jahre einiges geändert. Hatten die Stadtoberhäupter Marcel und Michel Jouanno die Begegnungen mit den Nabburgern immer als großes persönliches Anliegen betrachtet, so sind die offiziellen Kontakte doch ein wenig abgeflacht. Den 2014 neu gewählten Bürgermeister Jacques Breillat, Nachfolger des zwischenzeitlich amtierenden Michel Holmiere, kennt man auf Seiten des Nabburger Fördervereins noch gar nicht. Das soll sich 2016 ändern.
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