Für gutes Miteinander

Die Kleiderkammer, die von Claudia Deiner (rechts) mit ihren Mitarbeiterinnen betrieben wird, steht nicht nur Flüchtlingen, sondern auch anderen bedürftigen Bürgern aus Nabburg offen. Bild: ral
Lokales
Nabburg
28.03.2015
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Praktische Tipps gab es für den Arbeitskreis Asyl in Nabburg von Seiten der Bürgerhilfe Bodenwöhr. Dazu sprach der Initiator Günter Makolla im Stephanus-Heim in Nabburg. Es ging darum, wie die freiwillige Hilfe effektiv organisiert werden kann.

Mitte letzten Jahres, als die Zahl der Asylbewerber in Deutschland immer mehr zunahm, bildete sich in Nabburg auf Initiative von Pfarrerin Irene Friedrich der Arbeitskreis Asyl. Es arbeiten mittlerweile nicht nur evangelische Christen mit sondern auch katholische. Damit haben beide Kirchen ihre Arbeit koordiniert.

Praktisch hat sich einiges getan, so findet in der Volkshochschule seit drei Wochen Sprachunterricht statt. Dies konnte Dank einer Spende der Firma EMZ geschehen. Die Sprachpaten sind nicht nur in den Familien, um den Asylbewerbern Deutsch zu lehren, sondern haben die Betreuung auch in alltäglichen Dingen übernommen. Gesucht werden noch Menschen, die Fahrdienste leisten können. Ebenso für Botengänge und notwendige Telefonate sind Helfer weiterhin willkommen.

Die Kleiderkammer ist inzwischen gut gefüllt. Die Artikel stehen nicht nur den Asylbewerbern zur Verfügung, genauso auch anderen bedürftigen Personen aus der Stadt Nabburg. Wer nicht zu den Öffnungszeiten dort sein kann, kann sich im evangelischen Pfarrbüro am Dienstag und Mittwoch von 9 bis 10.30 Uhr telefonisch melden. Die Sekretärin leitet die Kontaktdaten an Organisatorin Claudia Deiner weiter.

Der Arbeitskreis ist sich einig, dass die Arbeit noch besser koordiniert werden kann. Deswegen trafen sich alle interessierten Bürger im Stephanus-Heim zu einer Informationsveranstaltung. Seit mehr als einem Jahr gibt es in der Gemeinde Bodenwöhr die "Bürgerhilfe in der Gemeinde Bodenwöhr"; deren Koordinator, Günter Makolla, gab praktische Tipps wie eine aktive Bürgerhilfe gestaltet werden kann. Gleich zu Beginn seiner Ausführungen sagte er, dass diese Arbeit keine Langzeitbetreuung ist, sondern nur für den akuten Fall hilft. Es gehe um Hilfsdienste wie Einkäufe erledigen, kleinere anfallende Arbeiten in Haus und Garten, Unterstützung beim Schriftverkehr. Auch passive Hilfen wie die Weitervermittlung zu anderen Stellen und Einrichtungen sollen angeboten werden. Er verfügt über eine Liste von freiwilligen, ehrenamtlichen Helfern, die bestimmte Aufgaben übernehmen können. Insgesamt 42 Familien in der Gemeinde Bodenwöhr gehören dieser Initiative an. Wichtig ist, dass bei den Menschen die Einstellung durchkommt, sich auch helfen zu lassen. Bei privat untergebrachten Asylbewerbern spielen die Vermieter die wichtigste Rolle.

Eine großes Hindernis bei der Betreuung ist die sprachliche Barriere. Da spielen die Sprachpaten eine große Rolle. Am Anfang ist es gut, sich Menschen zu suchen, die die Sprache der Bewerber sprechen. Diese können als Übersetzer fungieren und erste Hürden überwinden helfen. Die Einrichtung der Kleiderkammer ist ein großer Schritt, damit kann für das Notwendigste schon einmal gesorgt werden. Die Betreuung der Asylbewerber ist aufwendiger als die sonstige Hilfe.

Zum Thema Sprachpaten informierte die Koordinatorin, im Landkreis Schwandorf, Doris Dürr. Sie sagte, man solle den Migranten die Möglichkeit vermitteln, sich einen deutschen Wortschatz aufzubauen. Neben dem Nutzen für die Sprachfertigkeit entstehen zwischen Sprachpaten und ihrem Pendant häufig auch wertvolle persönliche Kontakte. Beim gemeinsamen Einkaufen erlerne man am ehesten die Sprache und den Umgang mit Geld. "Erklären Sie unsere Feiertage und Bräuche", meinte er, denn: Auch das ist wichtig für ein gutes Miteinander.
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