Gemeinsam an den Geldtopf

Das vorgelegte Konzept überzeugte, jetzt haben fünf Landkreiskommunen die Möglichkeit an EU-Fördergelder zu kommen. Welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen, das müssen die Bürgermeister (von links) Manfred Rodde, Martin Schwandner, Armin Schärtl, Georg Butz und Richard Tischler zusammen mit den örtlichen Gremien und den Bürgern nun bis spätestens zum Jahresende festlegen. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
07.05.2015
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Fünf Landkreis-Gemeinden schlossen sich im vergangenen Jahr zusammen, um an Fördergelder aus dem europäischen Strukturfonds für regionale Entwicklung zu kommen. Das eingereichte Konzept stieß bei den Entscheidungsträgern auf Gefallen. Bis das Geld fließt, müssen aber noch weitere Schritte folgen.

Ende vergangenen Jahres erarbeiteten Nabburg, Pfreimd, Wernberg-Köblitz, Schwarzenfeld und Trausnitz ein sogenanntes "Integriertes Räumliches Entwicklungskonzept" (IRE). Hinter diesem sperrigen Begriff verbergen sich verschiedene Maßnahmen, von denen sich die fünf Bürgermeister erhoffen, dass sie durch EU-Gelder gefördert werden. In Schwarzenfeld wäre das zum Beispiel der Ausbau der Miesberg-Allee, Trausnitz könnte sich einen Radwegbau zwischen Gnötzendorf und der Gemeinde vorstellen. Über den kommunalen Tellerrand hinaus wären ein gemeinsamer Jugendbeauftragter, ein Theaternetzwerk oder die Einrichtung eines Gründerzentrums mögliche Ideen.

Das Konzept wurde bei der Obersten Baubehörde vorgelegt - am 20. April kam nun die Antwort aus München: Dort sah man "bemerkenswerte Ansätze für eine zukunftsträchtige Fortentwicklung in interkommunaler Zusammenarbeit". Deswegen maßen die Entscheidungsträger dem Konzept im Vergleich zu anderen eine "ausreichend hohe Priorität" bei. Das heißt unter dem Strich, dass es für die fünf Landkreis-Kommunen grundsätzlich die Möglichkeit gibt, an Gelder aus dem EU-Topf zu kommen.

Bis zum Jahresende

Dabei gibt es aber noch zwei kleinere Haken: Laut Bürgermeister Armin Schärtl müssen bis zum Ende diesen Jahres Maßnahmen festgelegt sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Interessensgemeinschaft aus dem Landkreis aus der Förderung rutscht und eine aus der Warteliste in den Genuss der EU-Gelder kommt. Die Kommunen müssen also bald beschließen, was genau sie umsetzen möchten und welche Maßnahmen Priorität haben. Allerdings - Haken Nummer zwei - weiß derzeit noch niemand, wie hoch die Zuschüsse ausfallen werden. Fest steht bis dato nur, dass im Freistaat Bayern für die fünf Jahre lange Laufzeit des Programms insgesamt 36 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Bei den Oberhäuptern der fünf Kommunen herrschte gestern bei einer Pressekonferenz im Nabburger Rathaus große Freude über die Nachrichten aus München. Bürgermeister Georg Butz (Wernberg-Köblitz) unterstrich, dass die interkommunale Zusammenarbeit immer wichtiger werde. Um überhaupt in dieses Programm zu kommen, waren nämlich mindestens 20 000 Einwohner nötig. "Wir dürfen die Chance nicht verstreichen lassen, Europagelder in die Region zu bringen", unterstrich Butz. Das Nabburger Stadtoberhaupt Armin Schärtl hoffte: "Ideal wäre es, wenn alle fünf Kommunen in den nächsten fünf Jahren etwas bekommen". Sein Schwarzenfelder Amtskollege Manfred Rodde gab bei aller Freude über die Nachrichten aus München zu bedenken, "dass wir noch lange nicht am Ziel sind". Im Gegenteil: "Projekte zu priorisieren, wird die schwerste Aufgabe".
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