Geschichten mit Gitarre

Lokales
Nabburg
27.10.2015
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Paul O'Brien ist eher ein Mann der leisen Töne. Keiner, der im Pub für Gaudi, Gesang und leere Guinness-Fässer sorgen würde. Er hat Geschichten zu erzählen, ist ein Songwriter im klassischen Sinne. Dementsprechend sind seine Lieder nichts zum Berieseln lassen, sondern zum Zuhören. Das machen die Musikfreunde im vollen "Theatro" gerne.

Der Sänger und Gitarrist geht mit offenen Augen durch die Gegend. Er ist einer, der die Welt mit all ihren Eigenarten und Facetten aufnimmt und sich darüber Gedanken macht - seien es noch so banale wie über ein achtjähriges Mädchen, das Paris wegen der Haute Couture als ihr Traumziel ansieht, oder auch aktuelle, ernste wie die Tatsache, dass derzeit tausende Menschen ihre Heimat aus Angst verlassen müssen. Diese Eindrücke verarbeitet der Kanadier in Liedern.

Gebürtig in England und wohnhaft in Kanada, beeinflussten Paul O'Brien aber vor allem die Lieder aus der Heimat der Eltern: Irland. Es gibt wohl kaum eine Musik, die gleichzeitig so melancholisch und fröhlich, so nachdenklich und lebensbejahend sein kann wie traditionell-irische. Im "Theatro" stehen an diesem Abend die ruhigeren Töne auf dem Programm. Die Musikfreunde bekommen zum Beispiel die Geschichte von Ellie, dem kleinen Mädchen, das aus bereits erwähnten Gründen unbedingt nach Paris will. Sie hören aber auch, wie beeindruckt der Sänger bei seiner Ankunft in Deutschland war, als er sah, wie Flüchtlinge hier aufgenommen werden. "Willkommen mein Freund in dieser schwierigen Zeit": Den Refrain zu diesem Lied hat er auf Deutsch geschrieben, das Publikum singt mit.

Rund zwei Stunden später endet der Auftritt von Paul O'Brien. Er holt für die Zugaben den Musiker Ben Stone - er hatte den Part des Einheizers übernommen - zurück auf die Bühne. Zusammen greifen sie in die Saiten und in die große Klassiker-Kiste. "Let it be", "Leaving on an Jet Plane oder "Hey Jude": Jetzt wird es lauter im "Theatro", die Gäste singen und klatschen mit.

Dann ist auch Billy Joel mit seinem "Piano Man" an der Reihe. "Well, we're all in the mood for a melody and you've got us feelin' alright", heißt es da im Refrain. Treffender hätte der Abschluss gar nicht sein können. In der Stimmung für eine Melodie sind die Besucher wahrlich - und dafür, dass sie sich gut gefühlt haben, sorgte O'Brien mühelos.
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