Gewerkschaften unentbehrlich

Lokales
Nabburg
28.10.2014
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Die Arbeit von Betriebs- und Personalräten wird bei staatlichen Ehrungen zu wenig anerkannt. Diese Kritik wurde bei der Versammlung des Verdi-Ortsvereins der Region Nabburg laut. Die oft aufreibende und an die Substanz gehende Arbeit finde nicht die Anerkennung, auf die andere ehrenamtliche Tätigkeiten stoßen würden.

Ortsvorsitzender Helmut Butz verwies darauf, dass zwei Gewerkschafter für 65 Jahre, drei für 50 und 20 für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden. Für ihn war klar, dass erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit mit dem Engagement der Ehrenamtlichen steht und fällt. "Dies ist nicht selbstverständlich. Nur solidarisch können bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn erreicht werden", so Helmut Butz.

Das gemeinsame Handeln der Arbeitnehmer in den Gewerkschaften sei einem andauerndem Wandel unterworfen. Auch die gewerkschaftlichen Organisationen selbst würden von Neustrukturierungen betroffen. Wichtigste Aufgabe bleibe jedoch, dass die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Interessen der Arbeitnehmer von den Gewerkschaften offensiv und öffentlichkeitswirksam vertreten würden.

Manfred Haberzeth, ehemaliger Geschäftsführer des Bezirks Weiden, erinnerte an die besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen, die die Gewerkschaften in den letzten Jahrzehnten über die Tarifverträge ausgehandelt hätten. Dies gelte für die Lohnentwicklung, den Urlaubsanspruch, die Lohnfortzahlung und den Kündigungsschutz. Nicht zuletzt schützen Tarifverträge vor Altersarmut. "Gewerkschaftsmitglieder schaffen diese Tarifverträge. Wenn deshalb in dieser Gesellschaft für Arbeitnehmer eines alternativlos ist, dann sind es Gewerkschaften", betonte Haberzeth.

"Beginnend mit der deutschen Einheit wurde das Tarifvertragsrecht geschwächt", bedauerte Haberzeth. Eine Fortsetzung finde sich in der Euro-Krise. Ganz offen werde in den Krisenländern die Absicherung der Arbeitnehmer durchlöchert. Die Troika der EU verlange Lohn- und Rentenkürzungen. Im selben Atemzug würden aber diese Kreise verstärkte Anstrengungen bei den Infrastrukturen fordern. Hier sieht Haberzeth "unbedingten Handlungsbedarf". Ob Bildung, Ausbildung, Verkehrsinfrastruktur oder Anbindung an die Datenautobahnen - jeder kenne die Baustellen der Republik. "Höhere Ausgaben sind dafür erforderlich und die angestrebte schwarze Null ist dabei nicht hilfreich, zumal sie noch im Wesentlichen aus den Sozialversicherungen gespeist wird."

Der Vertreter des DGB, Peter Hofmann, bedauerte, dass bei staatlichen Ehrungen kaum oder fast gar keine Betriebs- und Personalräte in den Reihen zu finden seien. Die Arbeit werde nicht gewürdigt. "Die Gewerkschaften möchten mit ihrer Kritik keinen Neid äußern, sie gönnen jeden ehrenamtlich Tätigen seine Auszeichnung. Aber sie fordern die gleiche Anerkennung für die Arbeit der Personal- und Betriebsräte".

Bürgermeister Richard Tischler (Pfreimd) verwies in seinem Grußwort auf die Wichtigkeit von Gewerkschaften, schützen sie doch die Rechte der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber.
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