Gymnasiasten helfen laufend

Pater Gerhard (links) gibt das Startsignal für den Sponsorlauf am JAS-Gymnasium. Bild: hfz
Lokales
Nabburg
23.07.2015
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"Die Jugend denkt nur an sich selbst." Dieses weit verbreitete Pauschalurteil widerlegten über 300 Starterinnen und Starter beim Sponsorlauf des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums (JAS-Gymnasium) Nabburg eindrucksvoll.

Pater Gerhard aus Südafrika gab das Startsignal für den Sponsorlauf am JAS-Gymnasium. Die ausdauerndsten Läufer schafften einer Mitteilung der Schule zufolge 14 Runden à 800 Meter rund ums Schulgelände. Ziel war es, die von den persönlichen Sponsoren - Eltern, Verwandten und Freunden - versprochene Unterstützung mit einem bestimmten Betrag pro Runde zu vervielfachen.

Pater Gerhard Lagleder hatte im Rahmen seines Europaaufenthalts zur Akquirierung von Spenden für seine vielfältigen Projekte in Mandeni in Südafrika bereits im Vorfeld in Vorträgen am Nabburger Gymnasium um Unterstützung gebeten. Dabei bedankte er sich insbesondere auch für die langjährige Treue des Gymnasiums. Wie er sagte, gehört das JAS-Gymnasium seit bereits 14 Jahren zu den regelmäßigen "Großspendern". Besonders hob er die Verlässlichkeit hervor, die für seine Arbeit besonders wichtig sei.

Bewegende Vorträge

In sehr bewegenden Vorträgen schilderte er das Leben der Ärmsten in Mandeni mit eindringlichen, zum Teil schockierenden Worten und Bildern. Er berichtete von der äußerst schwierigen Situation in seiner Gemeinde. In Mandeni sind weit über 50 Prozent der Menschen - in manchen Regionen bis zu 75 Prozent - mit Aids infiziert. Diese hohe Rate macht viele Kinder zu Waisen. Für diese hat Pater Gerhard ein Waisenhaus und einen Kindergarten eingerichtet.

Neben vielen weiteren Projekten initiierte Pater Gerhard auch ein antiretrovirales Therapieprogramm (HAART) und ein Aids-Hospiz, in dem den Ärmsten der Armen wenigstens ein menschenwürdiger Tod ermöglicht wird. Pater Gerhard sprach davon, dass in seinem Hospiz oft vier bis fünf Tote pro Tag zu beklagen sind. Jedem Zuhörer bleibt sicher auch in Erinnerung, dass ein Betrag von nur fünf Euro täglich genügt, um die lebensnotwendigen Medikamente zu bekommen, die den tödlichen Ausbruch der Erkrankung um Jahre hinauszögern können. Pater Gerhard teilte auch seine größte Sorge mit, nämlich dass er eines Tages einen Aids-Patienten aus Geldmangel nicht mehr in sein Notprogramm aufnehmen könne. Das war wohl einer der wichtigsten Gründe, warum sich zahlreiche Schüler gleich nach dem Vortrag zum Sponsorlauf angemeldet haben.

Pater Gerhard schickte nicht nur das riesige Teilnehmerfeld auf die Strecke, er bestätigte auch jede gelaufene Runde durch einen Stempel auf den Armen der Teilnehmer. Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, wie viele Schüler und Lehrer - zusätzlich zu den aktiven Läufern - an der Organisation beteiligt waren. Parallel zum Lauf wurden Getränke und Essen verkauft. Der Erlös kommt auch der Südafrikahilfe des Gymnasiums zugute. Am SMV-Kulturtag des JAS-Gymnasiums wird zusätzlich eine Tombola veranstaltet.

Neuer Rekord?

Die erreichte Spendensumme stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Die Chancen auf ein neues Rekordergebnis - 2014 wurden über 10 000 Euro überwiesen - stehen gut. Zudem kann das JAS-Gymnasium auf die Unterstützung durch Firmen aus der Region bauen. Der erzielte Betrag wird eins zu eins an das Pflege- und Hospizzentrum von Pater Gerhard gehen. Das Spendenkonto des Sponsorlaufs: Sparkasse im Landkreis Schwandorf, IBAN DE 80 7505 1040 0100 279 454.
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