Handelszentrum ohne Mehrheit

Auf diesem Grundstück, das von der Staatsstraße 2156 (links), der Sauerzapfstraße (Vordergrund) und der Schlörstraße vor der Diskothek "Pearls" (hinten) begrenzt wird, wollte ein Investor einen Lebensmittelmarkt und drei Fachmärkte errichten. Der Stadtrat machte nicht mit. Bild: Amann
Lokales
Nabburg
21.04.2015
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Am Stadtrand darf kein neues Handelszentrum entstehen. Der Stadtrat lehnte die Ausweisung eines Sondergebietes an der Staatsstraße 2156 ab. Eine Mehrheit wollte damit die schützende Hand über die bestehende Geschäftswelt halten.

Das Thema stand bereits am 24. Februar auf der nichtöffentlichen Tagesordnung. Mit 12:8-Stimmen entschied sich der Stadtrat damals, die Bauleitplanung nicht zu ändern und somit den Weg nicht frei zu machen für ein Sondergebiet "Handel", das für ein 1,6 Hektar großes Grundstück im Osten der Stadt im Gespräch war. Es befindet sich nach der Diskothek "Pearls" an der Staatsstraße (in Richtung Oberviechtach) und wird von der Schlörstraße und der Sauerzapfstraße begrenzt.

Vierteilige Anlage

Die CSU-Fraktion, die für den Antrag gestimmt hatte, wollte diese Ablehnung öffentlich machen. Mit Schreiben vom 15. März bat sie deshalb Bürgermeister Armin Schärtl (SPD), die Entscheidung im öffentlichen Teil bekanntzugeben, weil der Geheimhaltungsgrund inzwischen entfallen sei. Zu Beginn der April-Sitzung kam der als Urlaubsvertreter amtierende Bürgermeister Kurt Koppmann (ÜPW) diesem Wunsch nach.

In einer Wortmeldung legte CSU-Stadtrat Frank Zeitler Wert darauf, das abgelehnte Vorhaben näher zu definieren. Dem Stadtrat war das Vorhaben eines Projektentwicklers aus Bayreuth vorgelegen, der das in Privatbesitz befindliche Areal kaufen und bebauen wollte. Im Gespräch war laut CSU ein kleines Handelszentrum mit Lebensmittelmarkt wie Kaufland oder Aldi mit etwa 1700 Quadratmetern Nutzfläche und drei Fachmärkten (zum Beispiel für Schuhe und Elektro-Artikel) mit jeweils 800 Quadratmetern.

Andere Ziele

Warum der Stadtrat nicht einwilligte, blieb in der öffentlichen Sitzung ungenannt. Auf Nachfrage der NT-Redaktion erklärte Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann, dass die beantragte Änderung der Bauleitplanung nicht dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept entsprechen und die ins Auge gefasste Nutzung eine zusätzliche Konkurrenz zu ansässigen Nabburger Firmen darstellen würde. Außerdem habe die Stadt ja vor, den Handel stadtnah zu konzentrieren. Dazu soll das Gebiet an der späteren Umgehungsstraße zur Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs dienen.

Ferner widerspreche ein Sondergebiet "Handel" an der Peripherie der Stadt auch den Vorstellungen des "Netzwerk Nabburg" und würde ihm sehr schaden. Die Mehrheit, so Koppmann zusammenfassend, sei bei der Abstimmung auch dieser Auffassung gewesen.
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