Heimatpflege auf vielen Ebenen

In den Mittelpunkt seines Jubiläumsabends stellte der OWV jene Mitglieder, die ihm seit fünf Jahrzehnten die Treue halten. Bilder: bph (2)
Lokales
Nabburg
16.07.2015
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Dem Erhalt der Oberpfälzer Heimat, ihrer Natur und dem Wandern hat sich der Waldverein bei seiner Gründung vor fünf Jahrzehnten verschrieben. "Dieser ehrenamtliche Einsatz für eine lebenswerte Umwelt verdient höchste Anerkennung", würdigte Hauptvereinsvorsitzender Armin Messner die unermüdliche Arbeit. Der Zweigverein feierte Jubiläum.

Vorsitzendem Bernhard Wiezorek stand die Freude über die zahlreichen Mitglieder beim Jubiläumsabend deutlich ins Gesicht geschrieben. Im Vordergrund der Veranstaltung in der kleinen Nordgauhalle standen neben einem Rückblick von Ehrenmitglied Ernst Thomann jene Personen, die dem OWV seit 50 Jahren die Treue halten. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Geschwister Winterer.

An den Anfang seiner Rückschau auf die bewegten fünf Jahrzehnte stellte Ernst Thomann die Gründungsversammlung vom 9. Juni 1965 im Gasthaus "Weißes Lamm". "Der OWV Nabburg steht jetzt auf festen Füßen", zitierte er aus dem damaligen Bericht des "Nabburger Anzeiger". Unter dem Vorsitz von Ludwig Holzwarth ging die 55 Köpfe zählende junge Interessensgemeinschaft ans Werk.

Orientierung geben

Eine der Haupttätigkeiten in diesen Jahren waren und sind auch heute noch das Wandern durch die Heimat. "Denn nur, wer seine Heimat kennt, kann für sie einstehen und sie auch lieben". Dabei erinnerte Thomann an die durchschnittlich 25 Wanderungen im Jahr unter ortskundiger Leitung. Damit diese nicht zum Abenteuer werden, dafür sorgen Markierer. Neun Ziel- und acht Rundwanderwege mit einer Länge von 159 Kilometern gelte es zu betreuen sowie zwei Fernwanderrouten. Und sollten dabei die Beine müde werden, fehlen auch keine Ruhebänke. 1986 erfolgte die Herausgabe der ersten Wanderkarte unter der Regie von Hermann Birnthaler.

Als "Besonderheiten" stellte der Redner die alljährlichen großen Wanderfahrten heraus, bei denen nicht nur Deutschland sondern auch das benachbarte Ausland besucht werden. Ein Augenmerk werde auch auf den Vogelschutz mit der Betreuung von 193 Nistkästen in vier verschiedenen Waldgebieten rund um Nabburg gelegt.

Dreiklang bewahren

Unter die Rubrik "Denkmalschutz" reihte Thomann die Errichtung des Gipfelkreuzes 1988 auf dem 626 Meter hohen Kulm ein. Nur vier Jahre später folgte der Aussichtsturms auf den Nabburger "Hausberg" sowie der Bau der Blockhütte, welche am 18. Juni 1972 ihren Segen erhielt.

Erwähnung fanden auch die drei Vorsitzenden seit der Gründung: Ludwig Holzwarth, Ernst Thomann und Bernhard Wiezorek sowie die weiteren Funktionsträger in dieser langen Zeit. Letztlich dankte das Ehrenmitglied allen, welche für den Fortbestand des Vereins ihr Scherflein beitrugen.

Bei der Hauptversammlung der Oberpfälzer Waldvereine 1983 in Oberviechtach hatte Regierungspräsident Karl Krampol ein Referat über "Heimat, Wandern, Natur" gehalten. "Worte und Gedanken, an die ich mich heute noch erinnere und die auch bei uns Schwerpunkte sind", so Ernst Thomann am Ende seines Festvortrags. "Das ist ein Dreiklang, der das menschliche Leben nicht nur verschönert, sondern ihm auch einen Sinn gibt". Wandern bedeute Lebensfreude, Selbstverwirklichung. Die immerwährende Abwechslung einer Wanderung und die treibende Neugier des Kennenlernens neuer Dinge schaffen und vervollkommnen mit der Unterbrechung des Alltags unmittelbar Lebensfreude.

Das tägliche Neue, dass sich der Wanderer gewissermaßen selbst sucht und spendet, welches er im Schweiße seines Angesichts selbst erreicht, vermittelt Lebensfreude. Beim Wandern sei der Gleichheitsgrundsatz in vorbildlicher Weise verwirklicht. "Die große Gemeinsamkeit des Wanderns verbindet". Es zähle allein der Mensch, wie er ist, nicht was er ist. Auch das sei ein Stück Lebensfreude.

Bedeutend für Nabburg

"Das Jubiläum zeigt, dass der OWV den Puls der jeweiligen Zeit trifft", stellte Hauptvorsitzender Armin Messner heraus. Es sei wichtig, sich auf alte Werte und das Brauchtum zu besinnen. Unsere Heimat müsse als Rückzugs- und Erholungsraum erhalten bleiben.

"Der Waldverein ist aus Nabburg nicht mehr wegzudenken", bemerkte Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann. Sein Dank galt für die vielfältigen Aufgaben, die in kultureller und gesellschaftspolitischer Sicht wahrgenommen werden: "Wir sind froh und stolz, einen solch aktiven Verein in unseren Mauern zu haben". Seinen Dank unterstrich Koppmann ebenso mit einer finanziellen Zuwendung ebenso wie der Vorredner.
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