"Hilfeschrei" beim Frauenbund

Als neue Vorsitzende des Frauenbunds wurde Christa Schlagenhaufer (links) gewählt, neben ihr die neue stellvertretende Vorsitzende Brigitte Müller. Pfarrer Hannes Lorenz (hinten) war es nicht geglückt, noch mehr Frauen für eine Mitarbeit im Vorstand zu gewinnen. Bild: ksi
Lokales
Nabburg
28.02.2015
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Der mitgliederstarke Frauenbund hat ein Problem. Bei der schwach besuchten Hauptversammlung kündigte Vorsitzende Regina Bindl an, dass der Vorstand komplett zurücktritt. Und nur zwei aus der alten Riege ließen sich erweichen, erneut zu kandidieren. Jetzt soll es eine außerordentliche Mitgliederversammlung im April richten.

(ksi/td) Als der Frauenbund am Donnerstag im Jugendwerk zu seiner Jahreshauptversammlung zusammenkam, bot sich ein Bild des Jammers. Von den 404 Mitglieder dieser aktiven und tonangebenden Vereinigung waren nur 31 erschienen - darunter die acht Damen aus dem Vorstand. Das Durchschnittsalter der übrigen war so hoch, dass sich von ihnen keine für eine verantwortungsvolle Tätigkeit bereiterklären mochte.

Regina Bindl, seit Jahren Herz und Hirn des Nabburger Frauenbundes, konnte sich das Desinteresse nicht so recht erklären. "Im Pfarrbrief und in der Zeitung wurde die Zusammenkunft doch angekündigt; und früher sind ja auch mehr gekommen." Dass sie und die anderen Vorstandsmitglieder nicht mehr kandieren wollten, hat laut Bindl keine äußeren Ursachen, also Streit oder ähnliches. Trotzdem sei der Rücktritt schon so eine Art "Hilfeschrei" gewesen: "Dass sich neue Leute einbringen, die neue Ideen haben."

Sie selbst ist zwischenzeitlich 64 Jahre alt und seit 16 Jahren im Vorstand des Frauenbunds. "Das reicht einfach", versicherte Regina Bindl. Ihr frommer Wunsch, dass sich auf der Versammlung neue Führungskräfte finden würden, ging nur zu einem kleinen Teil in Erfüllung. Nachdem die meisten auf die Frage von Pfarrer Hannes Lorenz, ob sie wieder antreten würden, mit einem "Nein" geantwortet hatten, fanden sich zumindest Christa Schlagenhaufer und Brigitte Müller, die noch einmal Verantwortung tragen wollten.

Christa Schlagenhaufer war bislang zweite Vorsitzende, Brigitte Müller als Beisitzerin im Vorstandsgremium. Seit Donnerstag sind die beiden nun erste und zweite Vorsitzende. Die restlichen Posten sollen im April aufgefüllt werden, wenn sich der Nabburger Frauenbund zu einer außerordentlichen Versammlung trifft, bei sich hoffentlich die aktuelle Führungskrise überwinden lässt.

Lob vom Pfarrer

Wie die bisherige Vorsitzende Regina Bindl in ihrem Rechenschaftsbericht mitteilte, betrage die Mitgliederzahl aktuell 404 Personen, "und fällt leicht ab". Wegen der Beitragsangleichung von Halb- zum Vollbeitrag seien 15 Frauen ausgetreten. "Dies hat aber an der Aktivität der Gruppe nichts verändert", versicherte Bindl und wies darauf hin, dass der Ortsverband fünf Eltern-Kind-Gruppen und zwei Übungsleiterinnen für die wöchentlichen Gymnastikstunden aufweise.

Die Liste der Veranstaltungen und Angebote im letzten Jahr, die Bindl vortrug, wollte danach kaum ein Ende nehmen. Kein Wunder, dass Pfarrer Lorenz die engagierten Motoren dieser Entwicklung überschwänglich lobte, als er die Bedeutung des Frauenbundes für Stadt und Pfarrei herausstrich. "Das soziale Engagement und der große Einsatz der Frauen ist eine Bereicherung", betonte er.
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