Historische Wurzeln bewahren

Dr. Astrid Pellengahr gab den Besuchern der Regionalkonferenz im Oberpfälzer Freilandmuseum einen Einblick in die Arbeit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Bilder: Tietz
Lokales
Nabburg
16.09.2015
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In einer immer schnelllebigeren Welt unterliegen auch die Museen dem Wandel der Zeit. Mögliche Lösungsansätze und Wege werden bei Regionalkonferenzen in den Regierungsbezirken diskutiert. Nach dem Auftakt in Niederbayern war gestern die Oberpfalz an der Reihe.

In jedem Bezirk will die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern gemeinsam mit dem Bayerischen Kunstministerium derartige Regionalkonferenzen veranstalten, um zu hören, wo der Schuh drückt und Vernetzungs- sowie Austauschmöglichkeiten bieten.

Bernd Sibler, Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, betonte, dass Museen für das historische Bewusstsein einer Region eminent wichtig seien. Gerade in einer Welt, die immer kleiner werde, sei es wichtig, seine Wurzeln zu zeigen. "Nur, wer Wurzeln hat, kann in die weite Welt hinaus", unterstrich Sibler in seiner Rede im Oberpfälzer Freilandmuseum. Insgesamt gebe es derzeit 132 Museen in der Oberpfalz. Damit stellt der Bezirk etwa zehn Prozent aller Einrichtungen im Freistaat. Nicht verstecken gegenüber anderen Museen in Bayern muss sich das gastgebende Freilandmuseum angesichts der Besucherzahl: Rund 67 000 Gäste zählte das Freilandmuseum im vergangenen Jahr. Damit liegt es bezirksweit auf dem ersten Platz vor dem Thurn-und-Taxis-Schlossmuseum in Regensburg.

Großes Engagement

Der Museumsboom der 80er und 90er Jahre sei zwar schon einige Zeit vorbei, aber dennoch hätten in den vergangenen fünf Jahren acht neue Einrichtungen eröffnet, legte Sibler dar. Als "erfreulich" bezeichnete er das sichtbare Streben nach einer weiteren Qualitätsverbesserung. So werde zum Beispiel mehr Wert auf die sachgerechte Lagerung nicht ausgestellter Stücke in Depots gelegt. Außerdem habe sich auch die Zugänglichkeit der Museen durch regelmäßige Öffnungszeiten verbessert.

In diesem Zusammenhang hob der Sprecher auch den großen Einsatz vieler ehrenamtlicher Kräfte in den Museen hervor: "Ohne dieses Engagement geht es nicht". Trotz der schnelllebigeren Zeit hatte Bezirkstagspräsident Franz Löffler den Eindruck, dass das Interesse an der Geschichte in der Bevölkerung eher zunehme. Deshalb werde der Stellenwert der Museen weiter an Bedeutung gewinnen, wenn die Museumslandschaft weiterentwickelt und zeitgemäß präsentiert werde.

Zentrale Beratungsstelle

Dr. Astrid Pellengahr stellte den Besuchern im Anschluss die Arbeit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern vor. Sie ist der zentrale Anlaufpunkt des Freistaats für Service und Beratung in allen Fragen rund um die Museen. Insgesamt 400 Projekte betreuen die Fachreferenten pro Jahr intensiv. Dabei geht es zum Beispiel um Fragen von der Einrichtung bis zur Finanzierung. "Wir bieten Unterstützung in allen fachlichen Fragen des Museums-Alltags", betonte die Rednerin. Neben der Beratung organisiert die Stelle auch zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen.

Als zukünftiges Aufgabenfeld bezeichnete sie zunächst die Personalsituation, die oftmals angespannt sei. Außerdem müssten Sammlungen adäquat erfasst und untergebracht und die manchmal schlechten Besucherzahlen gestoppt werden. Mögliche Lösungsansätze sah sie zum Beispiel in der interkommunalen Zusammenarbeit oder gemeinsamen Marketingmaßnahmen.
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