Hopfenzupfen im Freilandmuseum - Ernte wie zu Großmutters Zeiten
Mühsamer Weg bis zum Bier

Hopfenzupfen im Freilandmuseum: Interessierte Besucher lernten das mühselige Ernten wie zu Großmutters Zeiten kennen. Bild: ohr
Lokales
Nabburg
10.09.2015
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Die Früchte im Hopfengarten des Freilandmuseums Neusath-Perschen standen in voller Reife. Bei der Ernte konnten die Besucher selbst mit Hand anlegen und das mühsame Pflücken der Dolden zu Großmutters Zeiten kennenlernen.

Wie einer Informationstafel am Rande eines Feldes nördlich des Waldlerdorfes zu entnehmen ist, wird auf 53 Stangen Hopfen der Sorte "Hersbrucker Spät" angebaut. Dieser gilt als wüchsig, robust und würzig, enthält aber weniger Bitterstoffe als andere Arten. Der Hopfengarten entstand auf Anregung des Kreisvorsitzenden Amberg-Sulzbach, Josef Stauber, erzählte die Ehrenvorsitzende des Gartenbauvereins Illschwang, Frieda Dehling, während des Zupfens. Sie ist auch Betreuerin des Hopfengartens seit des Anlegens im Jahr 2001.

Bei günstiger Witterung wächst der Setzling am Tag circa 20 Zentimeter. Heuer musste das Hopfenfeld wegen des heißen Sommers des Öfteren besprengt werden. "Der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen", fügte die 81-Jährige hinzu. Die Triebe der Stöcke werden abgeschnitten, die acht bis neun Meter langen Stangen aus dem rund einen Meter tiefen Köcher herausgezogen, die Pflanzen mit den Früchten abgestreift und zum Abzupfen bereitgelegt. Körbe und Säcke konnten mit dem qualitativ guten Hopfen gefüllt werden.

Die Helfer lehnten die leeren Stangen in Zeltform an eine nahe stehende Birke. Sie sind im nächsten Frühjahr erneut verwendbar. Um die vom Winterschutz befreiten Stöcke werden die Hopfentriebe im Uhrzeigersinn festgebunden. Der Vorsitzende des Gartenbauvereins, Lorenz Geitner, gab den Besuchern ebenfalls fachkundige Auskünfte und bot das Illschwanger Bio-Hopfenbier in originellen Flaschen an. Trotz der kühlen Temperatur an diesem Nachmittag mundete der Gerstensaft.
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