In Virginia nicht nur Baden gehen

Annette Prem zeigt, wo sie künftig leben und lernen wird. "Patin" Marianne Schieder und Schulleiter Franz Xaver werden sie auch in Virginia (USA) nicht aus den Augen verlieren. Bild: Held
Lokales
Nabburg
02.07.2015
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Wo Virginia liegt, weiß Annette Prem. Virginia Beach sagt ihr wenig, außer dass es 430.000 Einwohner hat und deutlich größer als Trausnitz ist. Die Bilder im Netz versprechen einen langen Sandstrand an der us-amerikanischen Ostküste. Sie hat bald genug Zeit die Stadt zu erkunden - ein Jahr genau.

Am 12. oder 13. August fliegt die 16-jährige Schülerin des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums als Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) in die Staaten. Die Patenschaft hat Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder übernommen, die eigens dafür am Donnerstag an die Schule kam, um zusammen mit Schulleiter Franz Xaver Huber die neue Austauschschülerin aus Trausnitz vorzustellen. Schieder warb zugleich für das Programm. Zumal in der Schwebe ist, wie es mit dem PPP weitergeht, denn der US-Kongress hat Schieder zufolge die Mittel gekürzt. Das Defizit fange für das Programm 2015/16 der Bundestag auf.

Die Neugier der Zehntklässlerin auf ein Auslandsjahr wurde in der achten Klasse geweckt. Huber zufolge wird allen Schülern, die Möglichkeit ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, vorgestellt. Und jedes Jahr gingen rund fünf Schüler in ein anderes Land. Annette Prem hat mit den USA ihr Wunschziel - "Da wollt' ich unbedingt hin" - erreicht. Nach der Bewerbung musste sie sich bei einem Auswahlwochenende bewähren. Die letzte Entscheidung fällt der jeweilige Abgeordnete. Drei oder vier Vorschläge wurden "Patin" Schieder gemacht. Sie wähle nach sozialen Kriterien aus, Schüler aus kleinen Orten ohne Akademiker-Eltern, erklärt sie. Ohne Stipendium kommt Huber zufolge ein Schuljahr im Ausland auf 10.000 bis 15.000 Euro. Kehrt Annette Prem 2016 zurück, muss sie in die elfte Klasse, ihre Mitschüler sind dann in der zwölften. Sie hat ein Jahr "verloren". "Das würde ich nicht sagen", entgegnet sie, "eher dazugewonnen" - an Sprachkenntnissen und an Lebenserfahrung. Sie freut sich bereits auf ihre amerikanische Familie mit drei "Schwestern", von denen eine in ihrem Alter ist.

Auch auf die Highschool, wo Sport groß geschrieben wird, ist sie gespannt. Die Fußball- Torfrau könnte gleich zum Soccer gehen, aber da gibt es auch noch Feldhockey und manch anderes.
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