Initiative für den Tunnelbau

Lokales
Nabburg
10.01.2015
27
0

Eine Untertunnelung des Stadtbergs würde alle Bahnübergangsprobleme lösen. Deswegen will die "Interessengemeinschaft Tunnelbau Nabburg" dafür kämpfen und ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen. Rathaus-Chef Armin Schärtl wertet dieses Vorgehen jedoch als kontraproduktiv.

Der pensionierte Bau-Ingenieur Reinhard Gottschalk aus Nabburg befasste sich beruflich 48 Jahre lang mit dem eisenbahn-spezifischen Tunnel-und Brückenbau. Der frühere DB-Baubezirksleiter in Gunzenhausen verfolgt im Ruhestand mit größtem Interesse den Nabburger Dauerbrenner Bahnübergang. Er kommt auch immer wieder zu Stadtratssitzungen ins Rathaus, wenn das Thema auf der Tagesordnung steht.

Doch von den beiden bisher konkret im Gespräch befindlichen Lösungen hält er nichts. Die vom Stadtrat gewünschte Amtslösung mit Rahmenplantrasse würde auf der einen Seite die Venedig, auf der anderen die Georgenstraße und die Regensburger Straße mit ihren Geschäften abhängen, meint er. Und die von Staatssekretär a.D. Otto Zeitler und der CSU ins Spiel gebrachte Vieregg-Rößler-Variante würde seiner Ansicht nach durch eine Trogverlegung den Hochwasserschutz ins Wanken bringen. Hingegen gefällt Gottschalk die Tunnel-Lösung, die ein ebenfalls im Bahnbau erfahrener Nabburger vorgeschlagen hatte.

Reinhard Gottschalk sieht darin Vorteile für alle Beteiligten: Die Bahn könnte sich den aufwendigen Unterhalt von Anlagen sparen, die Stadt bräuchte bei allen weiteren Entwicklungen und Planungen nicht mehr auf die Bahnlinie Rücksicht nehmen - und die Nabburger selber wären die größten Gewinner. Denn das historische Stadtbild mit Naabbrücke bliebe erhalten, mit den beiden Bahnübergängen in der Georgenstraße und im Ledermühlweg würden zugleich Gefahrenstellen wegfallen, im Wohnbereich wären keine Lärmschutzwände nötig, es gäbe weniger Verkehrsstau zu Stoßzeiten, und ein neuer Bahnhof könnte stadt- und schulbergnah angelegt werden.

Deshalb rief Gottschalk mit Gleichgesinnten eine "Interessengemeinschaft Tunnelbau Nabburg" ins Leben. Sie will nun mit der Verteilung von 3000 Broschüren für ihr Anliegen werben und anschließend eine Unterschriftensammlung starten - mit dem erklären Ziel, ein Bürgerbegehren zu starten. Die Listen liegen laut Gottschalk in beiden Apotheken aus.

Bürgermeister Armin Schärtl will zu dieser Initiative wenig sagen. "Jeder kann Unterschriften sammeln so gut er will", reagierte er auf Anfrage der NT-Redaktion, noch bevor er das sechsseitige Info-Blatt der Interessengemeinschaft gelesen hatte. "Ich halte nichts davon", bekundete er seine Ablehnung der Tunnel-Lösung, die auch schon amtlich untersucht worden sei: "Das habe ich Herrn Gottschalk bereits mehrfach gesagt". Einer "relativ zeitnahen Realisierung" des Projektes zur Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs sei dieser Vorstoß jedenfalls nicht dienlich. Die Stadt wartet unterdessen weiter auf den Abschluss des Planfeststellungsverfahrens, das bei der Regierung der Oberpfalz läuft.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hochwasser (3437)Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.