Investitionen für die Energiewende

Lokales
Nabburg
20.05.2015
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Die Bürgerenergiegenossenschaft Mittlere Oberpfalz hat 2014 einen Bilanzgewinn von 39 170 Euro erwirtschaftet und wird Ende Juni an die 252 Mitglieder erstmals eine Dividende von drei Prozent ausschütten. Nach einem Jahr der Konsolidierung will der Vorstand heuer wieder investieren. Wo, das erfuhren die Anteilseigner bei der Hauptversammlung.

Die drei Vorstände Armin Schärtl, Ernst Georg Bräutigam und Herbert Werner sind für das operative Geschäft zuständig. Nach der Solar- wollen sie verstärkt in die Windenergie investieren. Mit 50 000 Euro kaufte sich die "Bemo" bei der Windpower GmbH & Co. Jura-Windkraft KG ein und ist nun einer der 80 Kommanditisten. Auch bei der Bürgerwindenergie Neunburg vorm Wald GmbH & Co. KG will die Genossenschaft Anteile zeichnen.

Zehn Prozent mehr Ertrag

Bürgermeister und Vorstandsmitglied Armin Schärtl beklagte in der Nordgauhalle jedoch: "Der Gesetzgeber macht für die Genossenschaften Beteiligungen immer schwieriger". Dabei sollte die Politik die Energiewende doch vorantreiben - vor allem im Landkreis Schwandorf, der als einziger in der Oberpfalz noch keine Windkraftanlage vorweisen könne.

CO2-Einsparung (bisher 2000 Tonnen), regionale Wertschöpfung und Sicherung von Arbeitsplätzen seien die Ziele der Bemo-Gründung vor vier Jahren gewesen, betonte er. Der Genossenschaft gehören 252 Mitglieder (plus vier) an, darunter acht Gemeinden und sieben Firmen. Zusammen haben sie ein Kapital von 953 000 Euro eingelegt. 2011 waren es 1194 Anteile von je 500 Euro, heute sind es 1906.

Vorstandsmitglied Herbert Werner erläuterte die Daten für die Solaranlagen auf den Dächern der Hauptschule Nabburg, des Feuerwehrhauses in Wildeppenried sowie am Bauhof, der TÜV-Halle und der Kfz-Halle in Oberviechtach, die alle zehnprozentige Ertragssteigerungen verzeichnen konnten. Zusammen mit der Freifläche in Perschen speisten die Anlagen der Bemo im vergangenen Jahr 2,7 Millionen Kilowattstunden ein und erlösten damit 315 000 Euro. Der Verband schloss 2014 mit einer Summe von 3,1 Millionen Euro an Aktiva und Passiva ab. Der Jahresüberschuss betrug 55 141, der Bilanzgewinn 39 170 Euro.

Schaden reguliert

Einen Schaden von 47 000 Euro richteten Diebe an, die im Oktober 200 Module von der Freifläche in Perschen abtransportierten. "Von den Tätern gibt es immer noch keine Spur", bedauerte Schärtl. Nach "einigem Kampf" habe die Versicherung aber den Schaden ersetzt. Aufsichtsratsvorsitzender Arnold Kimmerl legte den Bericht der Rechnungsprüfer vor, der keine Beanstandung enthielt.

Mit Markus Breitschaft (Schwandorf-Kreith), Wolfgang Nowak (Schwandorf-Fronberg), Peter Scheitinger (Neunburg), Christian Weiß (Stulln) und Bernhard Werner (Nabburg) schieden fünf Aufsichtsräte aus. Sie wurden aber sofort wieder für drei weitere Jahre in das zehnköpfige Gremium gewählt.

Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz beim Bund Naturschutz, maß der Wind- und Solarkraft bei der Energiewende große Bedeutung bei. Die regenerativen Quellen würden die Ressourcen schonen und könnten leichter als Atomkraftwerke rückgebaut werden.
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