Investor sieht sich als Impulsgeber

Lokales
Nabburg
30.05.2015
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Nabburg kann Kaufkraft binden. Projektentwickler Fred Neukam sieht dazu im Bau eines Einkaufszentrums eine große Chance. Das braucht der Stadtrat nur zu wollen, sagt er.

"Nabburg hat mehr verdient", sieht Fred Neukam akuten Handlungsbedarf in der ehemaligen Kreisstadt. Als Projektentwickler eines Bayreuther Investors hatte er sich stark bemüht, ein Handelszentrum nach Nabburg zu bringen. Der ins Auge gefasste Standort an der Staatsstraße 2156 beim "Pearls" erscheint ihm geeignet, das mögliche Mittelzentrum zu stärken. Doch der Stadtrat stoppte seine Pläne, indem er es nichtöffentlich ablehnte, ein "Sondergebiet Handel" auszuweisen.

Eine inzwischen aufgetretene "Interessengemeinschaft pro Handelszentrum" (IG) und der CSU-Ortsverband luden ihn zu einer Informationsveranstaltung ein, damit er eben diese Pläne einmal öffentlich konkretisieren konnte. Rund 50 Zuhörer kamen dazu am frühen Donnerstagabend in den "Schwarzen Adler".

Dreh- und Angelpunkt in Neukams Vorstellungen ist es demnach, einen "Frequenzbringer" wie Lidl, Kaufland oder Aldi anzusiedeln. Dadurch lasse es sich erreichen, dass Leute aus einem mindestens 18 000 Einwohner zählenden Einzugsgebiet in der Stadt einkaufen, nicht nur ihre 6100 eigenen Bürger. Sein Unternehmen besitze seit 40 Jahren Erfahrung auf dem Markt, verfüge über die nötigen Kontakte und wisse genau, was geht.

Zusätzlich zu einem "Lebensmittler" ließen sich auf dem 16 0000 Quadratmeter großen Areal auch noch mindestens ein, zwei Fachmärkte unterbringen, um zum Beispiel Bedarf an Bekleidung oder Elektro-Artikel zu decken. Welche Firmen das wären, bleibe Verhandlungen vorbehalten. Sie könne er aber erst führen, wenn ihm die Stadt signalisiert, was sie haben möchte.

Neukam weiß, dass das vom Stadtrat beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept diesen Standort nicht vorsieht. Doch das betrachtet er nicht als Ausschlusskriterium. Denn die Planungshoheit besitze die Stadt, sie brauche ihr Konzept ja nur auf politischem Weg zu ändern und ein Handelsgebiet ausweisen, dann werde sich die Regierung sicher nicht verschließen. Das finanzielle Risiko trage allein der Investor. Einen Vorschlag des Bürgermeisters Armin Schärtl (SPD), dem er übrigens für angenehme Zusammenarbeit dankte, hält der Projektentwickler nicht für zielführend. Ein ins Gespräch gebrachter Standort in der Innenstadt sei nicht erwerbbar und wesentlich schlechter angebunden. Außerdem: Er mache nur Sinn, wenn die Umgehung kommt, aber: "Ich gehe davon aus, dass dort in den nächsten zehn Jahren nichts passiert".

Nabburg brauche jedoch jetzt einen Impuls. Denn Kaufkraft wandere zum Beispiel nach Wernberg-Köblitz und Schwandorf ab. Was ihn auch nicht wundere: Denn er habe sich die Stadt angeschaut und dabei "keine Besonderheit im Sinne von Einkaufserlebnis gefunden". Die einzige Zentralität bestehe bei Rewe/Norma.

In der Diskussion (Artikel unten) räumte Neukam ein, dass die Stadt mit dem Handelszentrum wohl keine großen Gewerbesteuerzahler zu erwarten hätte. Jedoch der Umsatzsteuer- wie auch der Einkommensteueranteil fließe ja der Kommune auf alle Fälle zu. (Im Blickpunkt)
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