Ismail Ertug spricht mit Berufsschülern über die EU - Nicht alles schön geredet
Auf Werbetour für Europa

Der Europa-Abgeordnete Ismail Ertug ist kein Alleinunterhalter. Im Dialog mit den Schülern ergeben sich die Vorteile der EU ganz von alleine und auch die Punkte, wo es noch hakt. Bild: Held
Lokales
Nabburg
08.11.2014
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Ismail Ertrug ist Europäer durch und durch, keiner mit missionarischem Eifer, sondern einer, der auf stille Art überzeugend für die europäische Idee wirbt. Markige Sprüche und abgedroschene Phrasen sind auch am Freitag an der Berufsschule nicht sein Ding. "Ich sage klipp und klar, was richtig und was falsch ist." Der Amberger SPD-Politiker vertritt Ostbayern seit 2009 im Europaparlament, ist aber nicht betriebsblind. Er ermuntert die Schüler immer wieder auch kritische Fragen zu stellen.

Einer traut sich, findet die offenen Grenzen schlecht. "Das ist taff", kommentiert das Mitglied des Europäischen Parlaments. "Wer von euch findet die offenen Grenzen noch schlecht?", fragt er in die Schülerrunde. Nichts rührt sich. Ertug wundert sich. "Statistisch gesehen müsste jetzt mindestens die Hälfte der Finger hochgehen." Er teilt natürlich diese Meinung nicht, akzeptiert sie aber.

Ertug ist es wichtig den angehenden Einzelhandels- und Bankkaufleuten sowie den Kfz-Mechatronikern oder Metallbauern zu vermitteln, dass die EU für Frieden und Sicherheit steht. Kriege in Europa habe es gegeben, wenn der Nationalismus überwogen habe. "Die Ukraine ist nicht soweit weg. Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass es in der Ost-Ukraine einen Bürgerkrieg geben könnte. Europa ist davor nicht gefeit, die EU aber der Garant dafür, dass dies nicht mehr passiert."

Bei der Außenpolitik ist er mit den Schüler eins. "Die Zerrissenheit ist das größte Dilemma." Aber beispielsweise müsste "ein Steinmeier sich zurücknehmen. Das macht kein Außenminister." Hier wie in der Energiepolitik seien die Nationalstaaten noch nicht soweit. Ein Land alleine könne aber gegen die USA oder China nichts ausrichten, belegt der Parlamentarier mit Zahlen und stärkt ganz nebenbei das europäische Selbstbewusstsein. "Wir sind gut, wir bauchen uns nicht zu verstecken."
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