Keine Chance für Bedenkenträger

Lokales
Nabburg
09.10.2015
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Alle Bedenken gegen den Bau einer neuen Wohnanlage am Lindenweg weist der Stadtrat in Mehrheitsentscheidungen zurück. 13 einzelne Abstimmungen waren dazu erforderlich.

Ein Bauunternehmen aus der Region möchte zwei Gebäude mit zwölf Wohneinheiten errichten. Sie sollen auf ein Gelände zwischen Gymnasium und Einfamilienhäusern, auf dem sich jetzt noch ein großer Obstgarten ausbreitet. Bei der Auslegung, die im Zuge der Bebauungsplanänderung nötig war, kamen einige Einwände zum Ausdruck, die nun in der Stadtratssitzung zu behandeln waren.

Das Landratsamt meinte, dass die beiden massiven Baukörper zu nahe an die Schule heranrücken, ihr Luft und Freiraum nehmen. Die Stadt entgegnete, dass die Abstandsflächen eingehalten werden.

Landratsamt und Schulleitung des Schmeller-Gymnasiums sahen die Schulwegsicherheit gefährdet. Durch den zunehmenden Straßenverkehr würden die Bemühungen zunichte gemacht, durch die Verlegung des Busbahnhofs mehr Sicherheit zu erzeugen. Bürgermeister Armin Schärtl gab zu verstehen, dass es durchaus eine Möglichkeit gäbe, den Schülerströmen ab der Erlenstraße mehr Platz zu geben. Das gehe aber nur in Zusammenarbeit mit dem Landkreis.

Protest der Anlieger

Der Kreisheimatpfleger monierte die Kubatur der beiden Blöcke, die nicht in die Landschaft passe. Durch den Aufbau von Solaranlagen entstünde der Eindruck, es handle sich um Industriebauten. Anwohner des Lindenweges vermissten eine Anhörung, monierten die ihrer Ansicht nach zu schmalen Stellplätze und verlangten eine Verbreiterung der Straße anstelle des Gehweges. Sie wünschten sich außerdem den Aufbau eines Lattengerüstes, um die Dimension der Neubauten zu veranschaulichen. Sie beklagten sich ferner, dass die Stadt anscheinend nur die Interessen des Bauwerbers vertrete. Diese Stand- und Kritikpunkte ließ der Stadtrat nicht gelten.

Im Verlaufe der Diskussionen erkundigte sich Stadtrat Bernd Hofmann (CSU), ob mit dem Investor bezüglich eines Abspeckens seiner Pläne gesprochen worden sei. Der Bürgermeister berichtete, dass der Unternehmer nicht von dem Vorhaben in der geplanten Dimension abrücken möchte, weil er Wohnraumbedarf in Nabburg sehe und die entstehenden Einheiten problemlos verkaufen könne. Frank Zeitler (CSU) kritisierte die daraus zu hörende Kompromisslosigkeit. Andere Redner, darunter Josef Götz (SPD), sahen in der modernen Bebauungsform durchaus Vorteile.

Zwei Lager

Schließlich waren 13 Abstimmungsvorgänge erforderlich, um alle Äußerungen aus dem öffentlichen Anhörungsverfahren abzuhandeln. Sie endeten jeweils mit 13:8- oder 14:7-Stimmen für den städtischen Verwaltungsvorschlag, wobei die Gegenstimmen jeweils aus den Reihen der CSU und von Dr. Helmut Ertl (ÜPW) kamen. Einen Satzungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan fasste der Stadtrat noch nicht. Er steht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung, die bereits am kommenden Dienstag stattfindet.
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