Keine Sanierung ohne Konzept

Lokales
Nabburg
11.10.2014
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Am Obertor besteht wieder dringender Sanierungbedarf. Doch die Auftragsvergabe platzte im Stadtrat. Es sollen erst einmal die Erfolgsaussichten und die spätere Nutzung des historischen Bauwerks geklärt werden.

Eigentlich war vorgesehen, dass der Stadtrat restauratorische Putz- und Malerarbeiten vergibt. Für 45 872 Euro lag ihm ein Angebot vor. Bei ausgewiesenen 70 000 Euro im Haushalt wäre auch noch Spielraum für nötige Schreinerarbeiten gewesen. Und weitere 70 000 Euro sollten erst im nächsten Jahr für Reparaturen aufgewendet werden.

Angesichts dieser doch hohen Gesamtsumme vermisste CSU-Stadtrat Frank Zeitler ein Nutzungskonzept. Bei einer Besichtigung durch den Bauausschuss, so gab Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) zu verstehen, sei es Konsens gewesen, das Gebäude wieder für eine Büronutzung herzurichten. In Anbetracht der Kosten "kann man nur den Kopf schütteln", meinte Altbürgermeister Josef Fischer (ABU). Zunächst sei einmal von einem Aufwand von 30 000 Euro die Rede gewesen. "Welcher Fachmann hat sich denn da jetzt damit beschäftigt?", wollte er wissen.

An der Effektivität der geplanten Maßnahme zweifelte Karl Beer (CSU). "Ich möchte eine Gewähr dafür haben, dass die Schwachstellen auch wirklich abgestellt werden", betonte Josef Fischer. Dazu gehöre es, dass keine Feuchtigkeit mehr ins Mauerwerk eindringen darf, und das scheine bisher nicht geklärt zu sein. Frank Zeitler sprach sich dafür aus, über die künftige Nutzung erst einmal im ganzen Stadtrat, nicht nur im Ausschuss, zu diskutieren. Josef Götz (SPD) plädierte dafür, die Sanierung nicht zu verschieben, weil es sonst über den Winter noch zu größeren Schäden kommen könne.

"Wir haben wichtigere Aufgaben", lehnte es Dr. Helmut Ertl (ÜPW) ab, jetzt soviel Geld auszugeben. Eine Kaltsanierung genüge auch, das Gebäude müsse nicht unbedingt mehr vermietet werden. Der dafür nötige Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Erfolg. Nach Meinung von Peter Haas (SPD) sollte erst einmal erkundet werden, ob sich das Bauwerk überhaupt noch eignet für eine Nutzung. Bürgermeister Armin Schärtl wollte die Vergabe nicht partout durchsetzen. Bevor der Stadtrat einen Beschluss fasst, sollte der städtische Bau-Ingenieur in der nächsten Sitzung einen Lagebericht abgeben.

Das Obertor war Anfang der 90er Jahre nach seiner Generalsanierung an MdL Otto Zeitler vermietet worden, der es als Stimmkreisbüro nutzte. Aufgetretene Feuchtigkeitsschäden und Differenzen bei der Neufestsetzung des Mietpreises führten schließlich dazu, dass er auszog. Seit mittlerweile fünf Jahren steht das Tor leer und wird nicht mehr beheizt.
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