Knochenarbeit nach der Ernte

Die Museumspferde befanden sich auch an diesem Sonntag wieder im Einsatz. Sie transportierten das Getreide zu den Schauplätzen der Vorführungen. Früher brachten es die Arbeitstiere vom Feld auf den Hof. Bilder: ral (2)
Lokales
Nabburg
30.09.2014
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Nachdem die Erntearbeiten im Freilandmuseum abgeschlossen sind, galt es am Sonntagnachmittag, das Getreide zu dreschen. Die Besucher bekamen dabei auch zu sehen, wie das vor Einführung der Mähdrescher vonstatten ging.

Bei herrlichem Spätsommerwetter strömten am Sonntagnachmittag über 1500 Besucher in das Museum. Dieser Sonntag stand ganz im Zeichen des Dreschens. Es war ein Ausflug in eine andere Zeit. Viele Besucher kannten nur die Ernte des Getreides mit hochmodernen Mähdreschern, die über die Felder fahren, die Halme mit den Ähren abschneiden und gleich dreschen. Viele Ältere können sich dagegen noch gut erinnern, wie das früher gewesen ist.

Im Stadel des Langerbauern konnten sich die Besucher daran versuchen, mit dem Dreschflegel zu hantieren. Eine nicht gerade leichte Angelegenheit, wie sich schnell zeigte. Die Drescher mussten im Takt auf das auf dem Boden ausgebreitete Stroh einschlagen. Da konnten die Besucher erleben, dass es in früheren Jahren eine Knochenarbeit bedeutete, das Korn von der Spreu zu trennen. Mit der Windmühle wurde das gedroschene Getreide danach getrennt. Georg Selch zeigte, wie Strohbänder gebunden werden. Sie waren einst sehr wichtig, denn nachdem das Stroh mit Sense und Wachel abgeschnitten war, musste es in Bündel gebunden und auf das Fuhrwerk verladen werden. In früheren Zeiten, berichtete Selch, musste er zur Erntezeit sechzig mal sechzig solcher Bänder aus den Strohhalmen erstellen. Vor allem für die Kinder war es besonders interessant, durften sie doch kräftig an der Windmühle drehen.

Für Brot und Kuchen

Im Juradorf wurde der Stiftendrescher vorgestellt. Ihm wird das Getreide parallel zur Dreschtrommel zugeführt, ehe es dann von den Schlagleisten der schnelldrehenden Trommel aus den Ähren geschlagen wird. Wenn man es nach dem Abdreschen wieder herauszieht, bleibt das Stroh unbeschädigt, wie es in Weinbaubetrieben zum Heften der frischen Triebe benötigt wurde.

Eine große Erleichterung für die Landwirtschaft in früheren Jahren stellte die Einführung der großen meist durch Dampf oder später elektrisch angetriebenen Dreschmaschine dar. Wie sie funktioniert, konnten die Besucher bei der Raiffeisenhalle sehen: Im dortigen Stadel wurde das Getreide am Halm mit dem Pferdefuhrwerk angeliefert und dann mit der großen Dreschmaschine gedroschen.

Aus Getreide wird in der Mühle Mehl, daraus backt der Bäcker Brot und Kuchen. Er durfte deshalb am Dreschtag im Freilandmuseum in Neusath nicht fehlen. Im Schallerhof aber auch im Naabtaldorf konnten die Besucher frisch gebackenes Brot aus dem Backofen kaufen. Es gab aber auch traditionelle Kuchen von früher, so den Osterkuchen mit Quark und Rosinen, ebenso Zwetschgenkuchen, Brotkuchen und Hefezopf.
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