Kreativ sein und maßhalten

Das Freilandmuseum Neusath-Perschen hat wieder auf. Im Ausstellungsgebäude sind makellose Designobjekte aus Holz zu sehen und in den Häusern auf dem Museumsgelände hölzerne Möbel mit Gebrauchsspuren. Bild: Götz
Lokales
Nabburg
13.03.2015
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Die geladenen Gäste sitzen auf futuristisch anmutenden Stühlen - und das in einem Museum, das sich dem Bewahren von Vergangenem verschrieben hat. Unter dem Begriff Handwerk passt aber zusammen, was zusammengehört.

Das Freilandmuseum Neusath-Perschen, das heute, 14. März, wieder öffnet legt den Schwerpunkt heuer auf alte Handwerkstechniken. Dieses Thema aufgreifend sangen die Geschwister Winterer mit Robert Merkl zur Saisoneröffnung im Ausstellungsgebäude am Donnerstagabend auch von Scherenschleifern und Besenbindern - zwischen Holzskulpturen, Teelichthaltern aus Holzabfällen und modernen Hockern. Die Ausstellung "Möbel, Räume und Objekte" der bezirkseigenen Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Cham eröffnet gleichzeitig mit der Saison den Reigen der Handwerkskunst.

So wie Bezirkstagspräsident Franz Löffler ging es sicher manchem, der die Einladungskarte in Händen hielt. Ein alter klassischer Holzstuhl steht neben dem futuristischen. "Der eine passt", sagte Löffler, und der andere passe auch, denn "könnten wir über Design reden, wenn wir keine guten Handwerker hätten?" Löffler beantwortet die Frage gleich selbst: "Gutes Design hat seine Grundlage im handwerklichen Können."

Und im Oberpfälzer Freilandmuseum sieht er auch Design richtig angesiedelt, denn das Museum habe neben dem Sammeln und Bewahren einen Bildungsauftrag. Der bestehe heuer darin, sichtbar zu machen, was im traditionellen Handwerk möglich sei. Das sei das eine Ziel des Jahresmottos. Das zweite sei, jungen Menschen zu zeigen, welche Berufsmöglichkeiten das Handwerk biete. Drittens, fuhr der Bezirkstagspräsident aus Waldmünchen fort, soll der Besucher sensibilisiert werden, "ja fasziniert werden, historische Bauten zu renovieren, am Ort zu belassen und mit Leben zu erfüllen. Das ist nicht immer einfach," weiß er. Doch er will jedem Gebäude eine Chance geben.

Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer will außerdem bezwecken, dass junge Leute merken, es lohnt sich, mit den Händen zu arbeiten und einen Beruf zu ergreifen, der in diese Richtung geht. Wer sich im Ausstellungsgebäude umschaute, wusste schnell, was Angerer meint. Nach den Worten von Reinald Baier, dem Leiter der Fachakademie, sind alle Objekte ganz egal, ob Lampe, Uhr, Stift oder Rasierpinsel klare Gebrauchsgegenstände. Hergestellt entweder als Unikate oder in Kleinserien.

Als charakteristisch für die Arbeiten nannte er das Thema Nachhaltigkeit. Beispiele dafür seien die Stühle aus Verpackungsmüll und verschiedene Objekte aus Holzabfällen. Und die Absolventen heimsten regelmäßig Preise ein, ganz gleich, ob sie Hartmut Knelle, Martina Kreitmaier, Sven Stornebel oder Fabian Schleyerbach heißen.
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