Kriegsgräbersammlung bringt nur 4,20 Euro
Zwist um Spendenaktion

4,20 Euro landeten heuer in Nabburg in den Sammelbüchsen für die Kriegsgräberfürsorge - nach 1635 Euro im Vorjahr. Grund dafür waren Unstimmigkeiten zwischen den Mitgliedern der Soldaten- und Kriegerkameradschaft und Pfarrer Hannes Lorenz. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
15.11.2013
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Zählen brauchten die Mitglieder der Soldaten- und Kriegerkameradschaft nicht lange: 4,20 Euro lagen in den Sammelbüchsen für die Kriegsgräber - "aufgrund von Pfarrer Lorenz", wettert Vorsitzender Fritz Sauerer. Es habe nämlich einen klerikalen Platzverweis für die Sammler vor der Kirchenpforte gegeben. Das streitet der Geistliche nicht ab - aber dafür gab es seiner Ansicht nach gute Gründe.

Sauerer ist sauer: Anstatt von 1635 Euro, die die Kameraden im vergangenen Jahr - in der Übergangszeit zwischen den Stadtpfarrern Manfred Strigl und Hannes Lorenz - gesammelt hatten, war es heuer nur ein verschwindend kleiner Bruchteil. "Wir danken für die Spende", fügt der Vorsitzende süffisant hinzu.

Seit Jahren stehen die Vereinsmitglieder am Wochenende vor Allerheiligen zu den Abendmessen vor der Kirche und bitten um Unterstützung für die Kriegsgräber. So auch heuer. Mit einem Unterschied: Als Pfarrer Lorenz die Sammler bemerkt habe, habe er die Aktion untersagt und die Mitglieder der Soldaten- und Kriegerkameradschaft vom Kirchengrund vertrieben. "Komisch", wundert sich Sauerer, "vom Bischof bekommen wir einen Aufruf zum Sammeln - und in Nabburg verbietet man es uns".

Noch nie habe es Probleme gegeben, macht der Vereinsvorsitzende seinem Ärger Luft. Der Pfarrer habe ihnen gegenüber betont, dass auch in der Kirche zum Missions-Sonntag gesammelt werde und er nicht wolle, dass die Gottesdienstbesucher zweimal zu Spenden aufgerufen werden. "Das kann doch nicht sein. Was hat das mit christlich zu tun?", wundert sich Sauerer.
Pfarrer Hannes Lorenz will das nicht so stehen lassen: "Mit mir hat im Vorfeld keine Menschenseele geredet, ob an der Kirchentüre gesammelt werden darf", rechtfertigt der Geistliche sein Vorgehen. Grundsätzlich habe er überhaupt nichts gegen irgendeine Sammelaktion - "aber ich möchte davor gefragt werden". Sein Amtsvorgänger habe ihn von dieser Tradition auch nicht in Kenntnis gesetzt, so dass er von überhaupt nichts gewusst habe. Das ist der eine Punkt. Der andere ist die Tatsache, dass an dem betreffenden Tag Weltmissions-Sonntag war - eine weltweite Solidaritätsaktion der Katholischen Kirche. Dafür war auch die Kollekte vorgesehen - "und ich wollte das nicht ins Hintertreffen geraten lassen", schildert Pfarrer Lorenz. Er habe zu den Sammlern gesagt, dass sie gerne an einem anderen Tag kommen dürfen und er sogar Werbung für sie im Kirchenanzeiger mache - aber eben nicht an diesem Sonntag. "Wenn das eine Woche später wäre, steht dem überhaupt nichts entgegen und dann sind wir uns wieder grün", betont Lorenz abschließend.
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