Kunstvolle Begegnung

Die Künstlerin Patricie Cislerova (Zweite von links) war zur Ausstellungseröffnung nach Nabburg gekommen, ihre Kollegin war jedoch beruflich verhindert. Bild: aub
Lokales
Nabburg
06.12.2014
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Mit Jana Krausová und Patricie Císlerová stellen erstmals zwei Künstler aus Nabburgs Partnerstadt Horsovský Týn im Schmidt-Haus ihre Werke aus: Keramik, Malerei und Zeichnung machen neugierig.

Während Horsovský Týn und Nabburg nun schon eine zehnjährige Städtepartnerschaft verbindet, begegneten sich Jana Krausová und Patricie Císlerová zwar erst letztes Jahr, entdeckten dabei aber sofort eine gemeinsame Leidenschaft: Zeichnung und Malerei. Beides bot den Anlass für die aktuelle Präsentation.

Bürgermeister Armin Schärtls besonders dankbarer Willkommensgruß zur Vernissage galt unter den zahlreichen Gäste den beiden engagierten Förderern Josef Götz und Ludek Thomayer, der ebenfalls einleitende Worte sprach. Die musikalische Note übernahmen Camilla Schneider und ihre Tochter Agnes, die ihre Zuhörer im Anschluss noch mit mitreißenden "Zugaben" unterhielten.

Über die Vita beider Künstlerinnen referierte Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser: In Prag geboren, liebäugelte die 13-jährige Jana Krausová, Tochter zweier Puppentheaterkünstler, zunächst mit einer Schauspielkarriere, wählte nach der Künstlerischen Mittelschule dann aber doch ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste. Heute ist sie in beiden Metiers tätig, in Tschechien jedoch eher als Bühnen-Star gefeiert und daher wegen eines Auftritts zur Vernissage leider verhindert.

Surreal und abstrakt

"Thematisch gesehen bewegen sich ihre keramischen Reliefs zwischen architektonischen, landschaftlichen bis zu rein vegetarischen Themen", fasste die Laudatorin zusammen, nicht ohne die dreidimensionale Formung hervorzuheben. "Ich nehme die Platten wie eine Leinwand und male darauf", zitierte sie Krausová zu deren kreativ, technischer Darstellung ihrer Ideen. Manche davon setzt sie auch als Aquarell um - teils bewusst nur skizzenhaft, spannend, ins Surreale tendierend.

Patricie Císlerová, in Horsovský Týn gebürtig und fast eine Generation jünger, entdeckte ihre künstlerische Ader ebenfalls als Schülerin, besuchte Lehrgänge zu Druckgrafik oder figuralem Zeichnen an der kunstindustriellen Hochschule Prag und studiert derzeit an der Ladislav- Sutnar-Fakultät für Design und Kunst der westböhmischen Universität in Pilsen. Bei ihrer schwerpunktmäßig experimentellen Darstellung menschlicher Körper mit Graphit, Kohle und Kreide "steht die schön-kurvige neben der expressiven Linie". Bei Siebdruck, Kaltnadelradierung oder Linolschnitt bestechen ihre druckgrafischen Tiermotive durch ausgearbeitete Details. Neben Illustration und Fotografie zeigt sie ihr großes Talent malerisch mit Tempera, Öl oder Acryl: In dichter, impressionistischer Farbgebung und dynamischen Pinselstrichen entstehen abstrakte Bilder.

"Im Rückblick auf bisherige Ausstellungen wird mir die aktuelle besonders in Erinnerung bleiben", schloss die Museumsleiterin ihre Einführung, "einerseits, da es erstmals gelungen ist, Künstler aus der benachbarten Tschechischen Republik nach Nabburg zu holen und andererseits, damit der Städtepartnerschaft eine neue Begegnungsebene zu eröffnen." Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele diese Idee durch einen Ausstellungsbesuch im selten so mit Werken gefüllten Museum im Schmidt-Haus mit Leben erfüllen - freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr noch bis 25. Januar 2015 (außer 26. Dezember) haben Interessierte dazu Gelegenheit.
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