Lachanfälle mit "Superlizzy"

Lizzy Aumeier brannte in der Nordgauhalle ein wahres Pointen-Feuerwerk ab. Ihr neues Programm "Superlizzy" kam beim Publikum gut an. Bild: Baehnisch
Lokales
Nabburg
13.09.2015
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Da sage noch einer, zu singen sei nur etwas für abgehobene Gesangsstars. Nein, singen bedeutet, eine Aussage glaubhaft mit der Stimme zu gestalten. Das tun Operndiven so, dass man sich in himmlischen Gesangssphären wähnt, während Lizzy Aumeier mehr die irren Verknüpfungen im täglichen Leben darstellt. Und das überraschend glaubhaft und überzeugend.

Zu Beginn ihres Auftritts wurde es kurz ganz dunkel im Saal der Nordgauhalle, dann erfolgte Lizzy Aumeiers "schneller Eintritt in die Erdatmosphäre". Und schon ging es los: Ein Dauerfeuer von Anspielungen und gewollten Missverständnissen regte das zahlreich erschienene Publikum immer wieder zu donnernden Lachsalven an. Der Programmtitel "Superlizzy" bewies, dass die Bühne allein für ihre Aktivitäten nicht reichte, sie stieg herunter und setzte sich auf den Schoß eines "Postboten", fragte ihn aus. Er brach nicht zusammen, sondern gestand ihr seinen wirklichen Beruf. Selbst der "Hausmann" der "Fitness-Trainerin" daneben kam ungeschoren davon, trotz immer stärker werdenden Gelächters.

Wieder auf der Bühne gab sie allgemein den Rat: "Wenn man weggeht, sollte man schöne neue Unterwäsche anziehen", dann "brennt erotisches Feuer von neuem". Der Satz "der Arbeiter arbeitet, der Chef scheffelt" bezog sich auf andere Umstände. Ganz aktuell die Aussage "Das Tier war alt, schwach und hatte einen Organspende-Ausweis", denn so wehren sich laut Aumeier die Fleischesser gegen Veganer, die ihnen im Wirtshaus ihr Schnitzel nicht gönnen. Ernährungsprobleme sprach sie gezielt an, und blieb ernst, während der Saal einen Lachanfall nach dem anderen absolvierte. Dann sang sie: "Ich sitze unterm Apfelbaum und warte, bis endlich ein Apfel herunterfällt". So stelle sie sich echtes Veganer-Dasein vor, übertrieb sie.

Gespräch mit "Napoleon"

Jetzt lobte sie Svetlana Klimova, ihre russische Pianistin, die sie stets einfühlsam begleitete. Dass diese Musikerin auch hervorragend Violine spielte, kam nur selten zur Geltung. Eine kurze Arie im Stile Mozarts wurde emphatisch dargeboten. Die Satire gelang: Man fühlte sich fast in himmlischen Gesangssphären, ahnte nur, dass diese Sängerin die Töne nicht unbedingt so glaubhaft vortrug wie ihre sonstigen Vorführungen. Ganz ernsthaft nämlich ihre Aussage: "Ein Stuhl muss mit jedem Arsch klarkommen." Man muss eben auch die andere Seite zur Kenntnis nehmen. Danach sprach sie mit "Napoleon", einem heraufgerufenen Zuschauer, der vor der Schlacht am "Wasserloch" nervös war, aber ein Lied mitsang, das ihn innerlich stärkte.

Ebenfalls aktuell die Überlegungen, den Anbau von Marihuana zu gestatten. Dann nämlich, wenn es sich um Bio-Marihuana handelt. Lizzy Aumeier jagte pausenlos von einem Gedanken zum nächsten. Wenn die Zuhörer mit dem Lachen über die eine Pointe fertig waren, wurde ihnen schon die nächste serviert. Erstaunlich, wie viel die Lachmuskeln aushalten können!

Etliche Zugaben

Auch am Kontrabass machte die Kabarettistin eine gute Figur, wenn sie einen breiten Melodiereigen spielte, der in ihrer Gestaltung oft genug wenigstens zum Schmunzeln anregte. Weitere Lebenstipps folgten. So der Hinweis auf "Bärwurz", das homöopathische Mittel gegen Angst. Oder die private Feststellung "Ne Freundin von mir ist Domina, die schlägt sich so durch". Und der allgemeine Tipp: "Wer gut über die Runden kommt, hat auch mit den Schlanken kein Problem." Nach etlichen Zugaben endete das Programm. Es gab an diesem Abend keine Sekunde, in der Lizzy Aumeier ihr Publikum nicht fesselte.
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