Lebendiges "Jerusalem"

Im "Jerusalem" der Pfarrkirche begann die Umgestaltung. Ende des Monats soll sie abgeschlossen sein. Bild: aub
Lokales
Nabburg
02.04.2015
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Ganz im Zeichen österlicher Wiederauferstehung wird in der Stadtpfarrkirche ein bisher eher "toter Winkel" reanimiert: Ziel ist es, den Westchor unter der Orgelempore, in seiner Art äußerst selten, künftig als liturgischen Raum zum Leben zu erwecken. Bis zum 1. Mai soll alles fertig sein.

Ursprünglich bildete der Westchor gestalterisch wohl das Spiegelbild seines östlichen Pendants. Über Details, etwa einen Altar, lässt sich nur spekulieren. Erst der Einzug der Empore um das 15. Jahrhundert schuf den bis heute bekannten kapellenartigen Charakter mit der Anmutung einer Säulenhalle samt reizvollem Gewölbe - wohl wegen seines Gesamteindrucks im Volksmund auch "Jerusalem" tituliert. Die Idee, diese kirchenbauliche Besonderheit aufzuwerten, wurde bereits vor zehn Jahren geboren, folglich mehrmals in Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung diskutiert und später sogar durch den Bauausschuss der Diözese befürwortet - aber dann doch nicht umgesetzt.

Pfarrer Hannes Lorenz jedoch hat nun mit Unterstützung der kirchlichen Gremien die Umsetzung der geschätzt 10 000 Euro teuren Umgestaltung in Angriff genommen - in mehreren Etappen: Bereits am Dienstag wurden die Bänke - sie sollen in anderer Anordnung später wieder platziert werden - sowie weiteres Interieur entfernt.

An ihre Stelle tritt vorübergehend das neu konzipierte Heilige Grab, vor dem seit Gründonnerstag betend Nachtwache gehalten werden kann. Nach den Ostertagen sind Ausbesserungen am Pflaster, die Reparatur eines Wasserschadens, verursacht durch die externe Chortreppe, sowie Malerarbeiten vorgesehen. Zuletzt steht die Versetzung des Taufsteines aus dem Jahr 1492 an, der mit effektiver Beleuchtung zum zentralen Objekt avancieren soll.

"Bereits in den Kartagen werden wir ein wenig von der Schönheit dieses Raumes erleben können", ist Pfarrer Lorenz von der beeindruckenden Wirkung überzeugt. Symbolisch, so seine Intention, entsteht ein Weg des Glaubens von der Taufe durch das Kirchenschiff zum erlösenden Licht des Altares - von Alpha bis Omega, vereint in Christus - wann also könnte dieser Akzent passender sein als zu Ostern!
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