Lehrkräfte lernen voneinander

Grundschullehrkräfte waren zu Gast im Unterricht am JAS-Gymnasium Nabburg: (vorne von rechts) Brigitte Werner (Pfreimd), Beratungslehrerin Gabriele Schindler und Sandra Schmidl (beide Schnaittenbach); (hinten von rechts) Tina Jesumann (Wernberg-Köblitz), Dr. Anja Wiesner (JAS-Gymnasium), Simone Schüller (Schnaittenbach), Maria Birzer (Schwarzenfeld), Helga Schneider und Praktikant Michael Pröls (beide Schnaittenbach). Bild: hfz
Lokales
Nabburg
26.03.2015
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Grundschullehrkräfte besuchten das Gymnasium, um einen Vormittag lang im Unterricht zu hospitieren und sich mit einigen Kolleginnen auszutauschen. Lebhaft ging es um methodische, didaktische und inhaltliche Fragen. Es zeigte sich: Auch Lehrer können noch lernen.

Auf dem Stundenplan stand zunächst Englisch in Klasse 5a bei Oberstudienrätin Dr. Anja Wiesner. In unterhaltsamer und doch konzentrierter Weise lernten die Schüler neue Wörter zum Thema, wie in Großbritannien eine "Birthday Party" für Kinder abläuft. Munter plauderten sie über Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus ihren eigenen Erfahrungen - und das konsequent in der Fremdsprache.

Besucht wurde anschließend eine Deutschstunde in der Klasse 5b. Studienrätin Julia Meidinger erarbeitete zusammen mit den Kindern die Kriterien, die bei der Erstellung eines Unfallberichts zu beachten sind. Gekonnt grenzten die Schüler dabei Merkmale einer erzählenden Aufsatzart von einer sachlichen Darstellungsweise ab und beschäftigten sich analysierend mit einem vorgegebenen Beispiel.

Vergleiche im Vorgehen

Im Mathematikunterricht bei Studienrätin Daniela Ruth erlernte und vertiefte die Klasse 5c die Kompetenzen, die für die Punktspiegelung an einer Symmetrieachse erforderlich sind. Der Transfer auf Anwendungsbeispiele aus dem "richtigen Leben" gelang dank anschaulicher Bilder aus dem Fotoarchiv der Lehrerin. Jeweils in den Stunden dazwischen nahm man sich in der Bibliothek des Gymnasiums die Zeit, im kollegialen Austausch der Lehrkräfte aus den beiden Schularten über den gerade erlebten Unterricht, aber auch über Themen, die weit über die aktuelle Fachstunde hinausgingen, zu sprechen.

Gesprächsinhalte waren hier beispielsweise Möglichkeiten und Grenzen der Inklusion sowie die Intentionen und die Umsetzung des neuen "Lehrplans Plus", dessen Einführung an den Grundschulen bereits begonnen hat und der ab dem Schuljahr 2017/18 am Gymnasium ankommen wird.

Nutzen für die Kinder

Unterschiede und Gemeinsamkeiten im didaktisch-methodischen Vorgehen wurden diskutiert. Alle waren sich einig in der Auffassung, dass man durch solche interessante Veranstaltungen eine Menge voneinander lernen und mögliche Vorurteile durch eigene Erfahrung abbauen könne. Allen Lehrkräften an dieser so wichtigen Schnittstelle beim Übergang von der Grundschule an eine weiterführende Schule könne es nur von Nutzen sein, die jeweils anderen Lernumgebungen und Unterrichtsabläufe zu kennen und in die eigene Arbeit einzubeziehen. Davon profitieren nicht zuletzt die Schüler sowie im Bereich der Beratung die Eltern der betroffenen Kinder.

Immer wieder einmal tönte ein "Hallo" durch die Flure und Klassenzimmer, als die jungen Gymnasiasten voller Freude ihre ehemaligen Lehrkräfte aus den Grundschulen entdeckten. Schulleiter Franz Xaver Huber bedankte sich bei den beteiligten Lehrkräften für die Vorbereitung, die Teilnahme sowie die engagierten und lebhaften Diskussionsbeiträge. Auch an seine Schulleitungskollegen in den Grundschulen richtete er Dank für die angenehme und effektive Kooperation "zum Wohle der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen".

Besuche von Gymnasiallehrkräften an den Grundschulen, wie vor kurzem in Schnaittenbach, wurden ebenfalls als wichtiger Baustein im Kooperationsmodell gewertet, das auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden soll.
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