Letzter Akt für "Bovaria"

Franz Grundler (Mitte) kandidierte aus persönlichen Gründen nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden. Ein Nachfolger war nicht in Sicht. Der Verein "Bovaria" wurde in einer Versammlung im Gasthaus "Schwarzer Adler" einvernehmlich aufgelöst. Bild: Völkl
Lokales
Nabburg
14.07.2015
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Der Vorhang fällt: Nach sieben Jahren löst sich der Verein "Bovaria" auf. Vorsitzender Franz Grundler hat seinen Lebensmittelpunkt ins Fränkische verlegt und ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

15 Mitglieder zählte "Bovaria". Es war ein kleiner Verein, der sich zusammengefunden hatte, um das Leben und Wirken des tschechischen Reformators Jan Hus in der Grenzregion bekannt zu machen.

Grundler nannte in der Auflösungsversammlung im Gasthaus "Schwarzer Adler" zwei Eckpfeiler: Zum einen die Wanderausstellung "Auf den Spuren der Hussiten". Seit ihrem Bestehen und Präsentationen in Nabburg, Wunsiedel, Hirschau oder Nittenau verbuchte die Ausstellung fast 10 000 Besucher. Seit Monaten liefen die Verhandlungen mit der Stadt Neunburg vorm Wald. Es klappte: Neunburg übernahm die Ausstellung für 1500 Euro und sagte zu, sie auch weiter zugänglich zu halten. Mit dem Geld konnte der Verein seine Schulden tilgen.

Erfolgreich war auch das Jan-Hus-Gedächtnisstück: 15 Mal wurde es aufgeführt. 650 Besucher sahen es: "Meist ein kleiner, interessierter Kreis". Das letzte Gastspiel in Erfurt bezeichnete Grundler als Höhepunkt der Tournee. Noch in frischer Erinnerung war das "Hus-Ausläuten" in der Remise. Zum Abschluss wurde auch eine Festschrift "20 Jahre Hussitenfieber in Nabburg" verfasst, ein informatives Heft, das die Nabburger Hussiten-Aktivitäten von "Feuermond" bis Bovaria enthält: "Ein schöner Abschluss und ein Dokument unserer langjährigen Beschäftigung mit diesen Themen der deutsch-tschechischen Nachbarschaft."

Für die Zukunft liebäugelt Grundler damit, eine kleine private Hussitensammlung in der Remise einzurichten. Das Stück "Ach Hus" wird eventuell von der Spielgruppe weitergeführt.

Franz Grundler dankte seinen Mitstreitern für ihr Engagement, doch da er überwiegend bei seiner Frau in Unterfranken lebe und arbeite, wollte er die Verantwortung als Vorsitzender nicht mehr weiter tragen. "Schade, dass ich kein neuer Vorsitzender findet", bedauerte Grundler. Doch es bestehe auch kein Anlass, "nur um des Existierens willen eine ehrenamtliche Gruppe weiterzuführen." Bovaria bezeichnete Grundler als "ein intensives Projekt auf Zeit und für eine bestimmte Zeit und ihre Anliegen."

"Für Nabburg war es ein sehr wichtiger Verein", so Karl Kirch stellvertretend für die Mitglieder. Durch Grundlers Tätigkeit habe die Bevölkerung ein anderes Bild von Jan Hus erhalten. "Da haben wir gerne mitgeholfen".
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