Maria als Urbild der Kirche

Nach dem Gottesdienst Tradition: Die Bratwürstln der Kolpingsfamilie.
Lokales
Nabburg
17.08.2015
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"User" geben sich in Facebook von sich selbst ein Profil. Anders die Gottesmutter Maria. Sie stellt nicht ihre Person, sondern das, was Gott an ihr gewirkt hat, in den Mittelpunkt. Pfarrer Hannes Lorenz fand in seiner Predigt ungewöhnliche Vergleiche.

(bph) Der "Brünnl-Frauentag", wie er in der Pfarrei St. Johannes der Täufer genannt wird, hat an seiner Attraktivität nichts verloren. Das "Fest Mariä Aufnahme in den Himmel" nutzten zahlreiche Gläubige, um sich in zwei Gottesdiensten vor der Kapelle im Wald zu versammeln. Musikalisch unterstützt wurden sie von der Jugendblaskapelle.

Das Fest "Mariä Aufnahme in den Himmel" geht auf ein Marienfest zurück, das Cyrill von Alexandrien im 5. Jahrhundert einführte. Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel ist seit dem 6. Jahrhundert bezeugt und wurde 1950 von Papst Pius XII. in der Apostolischen Konstitution Munificentissimus Deus für die römisch-katholische Kirche zum Dogma erhoben.

Aus Gottes Perspektive

In seiner Predigt ging Pfarrer Hannes Lorenz auf das Profil ein, das die Gottesmutter im Lukas-Evangelium von sich selber gibt. Anders als bei Facebook, bei dem sich jeder User ein Profil gebe, das ihn interessant macht, das in wenigen Sätzen skizziert, was sein Wesen und seine Fähigkeiten ausmacht, stelle Maria nicht sich selbst und ihre eigene Kraft in den Mittelpunkt, sondern das, was Gott an ihr gewirkt hat. "Im Magnifikat fasst Maria ihr Wesen und ihren Glauben zusammen, aber aus der Perspektive Gottes. Er hat sie angeschaut und darum preisen sie selig alle Geschlechter, er hat unwiderruflich Ja zu ihr gesagt und darum hat er sie am Ende auch mit dem ewigen Leben beschenkt."

Der Prediger ermunterte die Zuhörer, ihr eigenes Leben und ihren eigenen Glauben ebenso wie Maria aus dieser Perspektive zu beschreiben. "Weil Gott mir meine Fähigkeiten und Talente geschenkt hat, darum bin ich, was ich bin; weil er täglich zu mir steht, darum kann ich mutig und zuversichtlich meine Aufgaben anpacken." Maria stehe nicht nur für sich selber. Als Urbild der ganzen Kirche sei sie beispielhaft für jeden Gläubigen. Darum dürfe jeder einzelne auch auf die Auferstehung zum ewigen Leben hoffen, weil Gott zu ihm Ja gesagt habe, wie zu Maria.

Vor der Segnung der Kräuter erinnerte Stadtpfarrer Lorenz an die Legende die beschreibt, dass der Apostel Thomas nicht dabei war, als die Gottesmutter bestattet wurde. Er wollte sie aber noch einmal sehen. Als man ihr Grab öffnete, war der Leichnam nicht mehr da und Maria in den Himmel aufgenommen. Aber das ganze Grab war übervoll mit Blumen und duftenden Kräutern. Der Brauch der Kräutersegnung hält dieses Andenken lebendig. Der Platz vor der Kapelle war von Männerverein, der Feuerwehr und dem Bauhof hergerichtet und rund um den Altar mit Blumen geschmückt worden. Und was wäre ein "Brünnl-Fest" ohne die Kräuterbüschl vom Frauenbund in liebevoller Arbeit gebunden.

Reißender Absatz

Ebenso die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes durch die Jugendblaskapelle unter der Stabführung von Markus Ferstl. Dazu gehörten natürlich auch die von der Kolpingfamilie angeboten Bratwürstl, die reißend Absatz fanden.
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