Mehr Personal am Pult

BLLV-Bezirksrepräsentantin Ursula Schroll (Zweite von rechts) sowie Kreisvorsitzender Michael Koppmann (links) und Stellvertreter Edgar Hanner (rechts) ehrten Mitglieder für 40-jährige Zugehörigkeit (von links): Heidi Schwendner, Klaus Gerber, Alice Mück, Hermann Dotzler und Gertraud Lorz. Nicht im Bild: Gudrun Drössel. Bild: ohr
Lokales
Nabburg
04.12.2014
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Die Anforderungen für die Lehrer steigen stetig. Um ihnen gerecht zu werden, müssten nach Ansicht des Lehrerverbandes die Bedingungen für die Pädagogen deutlich verbessert werden. Die Dachorganisation schlägt Alarm.

"Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben": Mit diesem Zitat von Wilhelm von Humboldt leitete der Vorsitzende des Kreises Nabburg des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Michael Koppmann, die Jubilarehrung im Hotel "Alter Pfarrhof" ein. Vor der Mitgliederauszeichnung ging BBLV-Bezirksvorsitzende Ursula Schroll auf die aktuelle Situation der Pädagogen ein. Sie unterstrich, dass der "entscheidende Faktor am Lernerfolg der Lehrer" sei - trotz der ständigen Weiterentwicklung der Didaktik und der Unterrichtsformen. Die Pädagogen gäben den Kindern und Jugendlichen Orientierung und Halt, seien oft einziges Vorbild und spinnen den roten Faden zum Festhalten. Pädagogen mit hohem Berufsethos, Einfühlungsvermögen, Kreativität, Geduld und Verständnis seien erforderlich.

Verbesserungen nötig

Um gute Arbeit leisten zu können, seien aber bestimmte Rahmenbedingungen notwendig: genügend Lehrer, vernünftige Klassen- und Gruppenstärken sowie eine ausreichende Zahl von mobilen Reserven. Laut ihrer Analyse habe sich die Struktur der Lehrerschaft in der Oberpfalz in den vergangenen 20 Jahren dramatisch verändert. Waren 1992 noch fast die Hälfte aller Lehrkräfte Männer, so liege aktuell der Frauenanteil bei über 75 Prozent - mit steigender Tendenz. Waren 1992 annähernd 25 Prozent der Lehrkräfte älter als 50 Jahre, so liege die Quote in der Oberpfalz zurzeit bei rund 52 Prozent - in Oberbayern dagegen bei circa 35 Prozent. Durch massiven Protest, so die BLLV- Repräsentantin, sei es endlich wieder gelungen, eine größere Anzahl junger Kollegen in die Oberpfalz zurückzuholen. Die Fachlehrer würden regelrecht verheizt. Ihr Krankenstand sei aus bekannten Gründen dramatisch: hohe Belastung durch viele Klassen, große Gruppen - in der Regel an mehreren Schulorten - und vermehrter fachfremder Einsatz quer durch alle Unterrichtsfächer. Ganztag, Inklusion und aktuell die Versorgung der Flüchtlings-und Zuwandererkinder ohne jegliche Deutschkenntnisse, zum Teil mit traumatischem Hintergrund, stellen die Lehrkräfte vor gewaltige Herausforderungen. Die Situation sei brisant. Ohne zusätzliches qualifiziertes Personal sei diese Aufgabe nicht leistbar. "Wir brauchen insgesamt deutlich mehr Unterstützung durch die Öffentlichkeit, in der Politik und in der Verwaltung, damit wir unseren Beruf dauerhaft gut, mit Freude und Hingabe erfüllen können, denn das genau sollen wir", betonte die Bezirksvorsitzende.

Für 40-jährige Mitgliedschaft im BLLV wurden Hermann Dotzler, Gudrun Drössel, Klaus Gerber, Gertraud Lorz, Alice Mück und Heidi Schwendner geehrt. Daniel Wilhelm gestaltete die Jubilarehrung auf seinem Akkordeon musikalisch.
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