Mensch in den Mittelpunkt stellen

Der Krankenpflegeverein feierte sein 25-jähriges Bestehen. Zahlreiche Mitglieder waren gekommen und genossen die Gemeinschaft. Bild: bph
Lokales
Nabburg
11.10.2014
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"Wir müssen die Menschen fröhlich machen", sagte einst die Heilige Elisabeth von Thüringen. Der Krankenpflegeverein, dessen Patronin sie ist, hat den Nächsten immer im Blick und versucht, dem Leitbild in seiner Arbeit gerecht zu werden. Er feierte sein 25-jähriges Bestehen.

Der Elisabethenverein wurde 1989 nach der Abberufung der letzten Ordensschwester in der ambulanten Krankenpflege der Pfarrei - Schwester Antonia - neu gegründet. In Wirklichkeit aber hat der Verein in der Nachkriegszeit die Arbeit der Nonnen unterstützt. "Jetzt arbeiten wir eng mit der Caritas-Sozialstation Nabburg zusammen", betonte Vorsitzender Josef Prifling. Das "Silberne" wurde zusammen mit dem Caritasjubiläum gefeiert.

Die Sorge um Arme und Kranke gehört seit jeher zur Aufgabe der Kirche, betonte Vorsitzender Josef Prifling. Es gebe keine Gottesliebe ohne die Nächstenliebe. Die Pflege der Kranken wurde im Laufe der Geschichte von der häuslichen Pflege durch einzelne Laien über die Institutionalisierung in den verschiedenen Orden zunehmend auf eigens gegründete kirchliche Hilfsdienste - wie die Caritas - spezialisiert. Heute geschehe die Pflege meist zu Hause, oder - wenn dies nicht mehr möglich ist - in speziellen Einrichtungen: Krankenhäusern oder Pflegeheimen.

Mehrere Umzüge

Das Bestehen eines Armen- und Siechenhauses beim Galgenberg wurde bereits 1842 erwähnt. Zwischen 1878 und 1934 gab es das Distrikt-Krankenhaus im alten Burggut/Hüllgasse mit 30 Betten. Die Armen Franziskanerinnen aus Mallersdorf betreuen es. Es folgte der Umzug des Krankenhauses in die "Ziegler-Villa" (jetzt Kindergarten Sankt Angelus) mit der Aufstockung auf 65 Betten. Nach dem Neubau des Krankenhauses am Galgenberg war 1956 der Umzug in die neuen Räumlichkeiten. Bis zur Schließung im vergangenen Jahr wurde mehrmals saniert.

In der ambulanten Krankenpflege wurden zunächst Ordensschwestern tätig. Im Alten Kloster (nun Kindergarten St. Marien) bestand bereits um 1923 eine "Kinderbewahranstalt". Doch auch arme und kranke Menschen fanden in den Nebengebäuden des Klosters Unterkunft und wurden von den Nonnen gepflegt. "Es ist wohl anzunehmen, dass sich diese auch um die häusliche Krankenpflege in der Pfarrei gekümmert haben", vermutete Josef Prifling.

Krankenpflege ist eine der wichtigsten Fragen in der Gesellschaft. "Wir wollen gegen den Zeitgeist nicht die Stoppuhr und die wirtschaftlichen Aspekte der Pflege, sondern den pflegebedürftigen Menschen und sein Umfeld in den Mittelpunkt rücken. Nicht der 'Fall', sondern die Person ist Ziel unseres Engagements", unterstrich der Vorsitzende des Krankenpflegevereins. Prifling zufolge verstehe sich der Elisabethenverein als Solidargemeinschaft, die aus christlicher Motivation heraus für andere Menschen einsteht. Es soll alten, kranken und hilfebedürftigen Menschen die Möglichkeit gegeben werden, im gewohnten familiären und sozialen Umfeld nach ihren Vorstellungen und ihren individuellen Bedürfnissen zu leben und ihre Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Die enge Vernetzung zwischen Pfarrei Sankt Johannes, dem Krankenpflegeverein und der Caritassozialstation Nabburg helfe dabei, die professionellen Dienstleistungen im Pflegebereich mit der Seelsorge zu ergänzen. Da oft die Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen, springe der Elisabethenverein ein und übernehme die Kosten für nötige zusätzliche Anwendungen. Zu einem Großteil fließen die Beiträge in die Unterstützung pflegerischer Leistungen für Mitglieder, die von der Sozialstation betreut werden.
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