Mit Bahn keinen Bären aufbinden

Begehung auf der Rahmenplantrasse: Bürgermeister Armin Schärtl skizzierte den genauen Verlauf und informierte über den aktuellen Stand des Verfahrens. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
09.11.2015
13
0

Für die Rahmenplantrasse zur Beseitigung des Bahnübergangs sind die nötigen Grundstückskäufe getan. "Man kann also nicht sagen, dass sich nichts tut", betonte Bürgermeister Armin Schärtl bei einer Begehung auf dem künftigen Straßenverlauf. Nur in einem Fall gibt es noch Verhandlungsbedarf.

Der SPD-Ortsverein lud am Samstagvormittag zu einer Begehung der künftigen Trasse von der Kreuzung beim chinesischen Restaurant bis zur Tankstelle Kerres ein und informierte über den aktuellen Stand. Schärtl rief in Erinnerung, dass nahezu alle Stadtratsfraktionen im Frühjahr beim zuständigen Staatssekretär vorstellig gewesen seien. Dabei habe der Politiker gesagt, dass das Planfeststellungsverfahren mit Nachdruck weiterbetrieben werde - und zwar mit der Rahmenplantrasse. Frühestens zum Jahresende könne dann mit einem Erörterungstermin gerechnet werden. Das Stadtoberhaupt rief auch die Kreuzungsvereinbarung zwischen dem Bund, der Bahn und dem Freistaat zur Kostendrittelung in Erinnerung.

Wer eine andere Lösung zur Beseitigung des Bahnübergangs wolle, müsse das Geld für die Mehrkosten mitbringen, unterstrich Schärtl auch in Bezug auf ein vor wenigen Tagen eingereichtes Bürgerbegehren zur Verlagerung der Bahnstrecke in einen Tunnel unter der Altstadt hindurch (wir berichteten). "Wer den Leuten Listen unter die Nase hält und den Eindruck erweckt, man könnte mit einer Unterschrift drei Bahnübergänge mit einem Tunnel für einen dreistelligen Millionenbetrag beseitigen, bindet den Bürgern einen Bären auf", betonte der Bürgermeister.

Platz für Handelszentrum

Im Bereich der Bahnhofsumgebung und auf dem jetzigen "Diska"-Gelände gäbe es in der Zukunft Flächen, die zum Beispiel für ein Handelszentrum oder Geschäfte sehr gut geeignet wären. "Wir haben stadtnahe Lagen und müssen nicht auf die grüne Wiese", sagte der Bürgermeister.

Für rund zwei Millionen Euro hat der Staat seinen Worten zufolge die für die Rahmenplantrasse nötigen Grundstückskäufe getätigt. Verhandlungen laufen derzeit aber noch mit der Baywa. Sie müsste bei der Umsetzung der neuen Trasse ihren jetzigen Standort zumindest teilweise aufgeben und in das Gewerbegebiet umsiedeln. Bürgermeister Schärtl sagte, dass das Verwaltungsgebäude und die Tankstelle nicht zwingend umziehen müssten. Gerade für eine Tankstelle gebe es keinen besseren Standort als einen, an dem künftig 20 000 Autos am Tag vorbei fahren. Schärtl unterstrich aber, dass die Stadt in dieser Frage nicht am Verhandlungstisch sitzt, sondern die Vertreter der Baywa und der Freistaat Bayern. "Das entscheiden Leute in München und nicht der Bürgermeister von Nabburg", sagte er.

Nicht schlecht reden

Die SPD-Fraktionssprecherin im Stadtrat, Evi Thanheiser, betonte bei der Abschlussbesprechung im Gasthof Sauerer: "Wir stehen eigentlich kurz vor einer Realisierung. Wenn wir alle an einem Strang ziehen würden, dann könnten wir in diesem Jahrzehnt damit rechnen, dass das Verfahren abgeschlossen ist". Es sollte deshalb versucht werden, gemeinsam etwas vorwärts zu bringen und nicht alles schlecht zu reden. "Ich bin gespannt, wie die Verzögerer und Blockierer reagieren, wenn am Bahnübergang etwas passiert", sagte Ludwig Kilgert mit Blick auf das Bahnunglück vor wenigen Tagen bei Freihung abschließend.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.