Mit Palmbuschen in die Kirche

Mit ihren Palmbuschen versammelten sich die Kinder um den Altar. Bild: bph
Lokales
Nabburg
31.03.2015
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Der Palmsonntag läutet die Osterliturgie ein. Die Menschen erinnern mit den Palmzweigen an den Empfang von Jesus in Jerusalem. Die Pfarrgemeinde Sankt Johannes legte an diesem Tag ein eindrucksvolles Glaubensbekenntnis ab.

Jubel und Leiden können dicht beieinander liegen. Dies lehrt das Ostergeschehen. Aus dem jubelnd im Zeichen des Sieges begrüßten König wird nach den Berichten des Evangeliums innerhalb einer Woche der verspottete Träger der Dornenkrone und des Kreuzes.

Vor der Prozession hinauf zur Pfarrkirche stand am Sonntag auf dem Unteren Markt zunächst die Segnung der Palmzweige und buntbebänderten Buschen. Sowohl die Kleinen der Kindergärten Sankt Angelus und Marien als auch die Erstkommunikanten sangen gemeinsam "Christ Hosianna". Kaplan Christian Blank trug das Tagesevangelium von Markus vor. Darin wird die biblische Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem fünf Tage vor seiner Kreuzigung erzählt, als er vom Volk noch bejubelt und mit Palmzweigen als Zeichen des Sieges begrüßt wurde.

Auf dem Platz vor der Polizei waren neben den zahlreichen Gläubigen auch die Firmlinge und an die 40 Ministranten sowie eine beachtliche Anzahl von Vereinen mit ihren Fahnenabordnungen versammelt. Sie alle bewegten sich dann unter den Klängen der Jugendblaskapelle unter der Leitung von Markus Ferstl zur Kirche. Die Prozession wurde dort mit feierlichem Orgelklang empfangen.

Den festlichen Gottesdienst feierten Pfarrer Lorenz und Kaplan Blank in Konzelebration unter Mitgestaltung durch den Kirchenchor. Anstelle des Evangeliums führten die 43 Firmlinge dieses Jahres ein Passionsspiel auf, das die Leidensgeschichte zum Inhalt hatte. Gekleidet in passenden Gewändern machten sie die damaligen Ereignisse in Jerusalem anschaulich und nachvollziehbar. Ein weiterer erhebender Anblick waren die rund 200 Kinder, die sich alle mit ihren Palmbuschen zu Sanctus, Wandlung und "Vater unser" um den Altar versammeln durften.

In unseren Breitengraden sind Palmzweige eher selten. Deshalb sind es vor allem Palmkätzchen, Buchs, Wacholder und die Stechpalme, die in kunstvollen Gebinden - geschmückt mit Bändern - im Gottesdienst gesegnet werden und dann im Haus hinter das Kruzifix gesteckt oder unter den Dachgiebel gehängt werden. In manchen Gegenden werden die gesegneten Palmzweige auch auf die Gräber gebracht. Auch werden den Palmbuschen Heilkräfte zugeschrieben. Die gesegneten Buschen sollen Haus und Hof vor Blitz- und Hagelschlag schützen. Vor Seuchen und Krankheiten soll das Essen kleiner Mengen von Palmzweigen bewahren. Viele Palmsonntagsbräuche haben ihre Wurzeln im Mittelalter. Besonders im Barock waren Palmprozessionen weit verbreitet.
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