Mögliches Handelszentrum löst Diskussion aus - Informationsveranstaltung von CSU und ...
Große Chance oder nur ein Verdrängungswettbewerb?

Lokales
Nabburg
30.05.2015
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Der Projektentwickler Fred Neukam sagte selber, er wäre "eigentlich schon weg gewesen". Denn er könne genauso anderswo investieren. Doch dem in Nabburg bestehenden, öffentlichen Erklärungsbedarf wollte er sich in der Gemeinschaftsveranstaltung von CSU und IG gerne stellen. In der Versammlung, an der auch der Bürgermeister und etwa drei Viertel der Stadträte teilnahmen, ging er auf alle aufgeworfenen Fragen ein. Die Versammlung leiteten CSU-Vorsitzender Stefan Leitner und die IG-Sprecher Stefan Schmid und Tobias Knechtel.

Dritte Bürgermeisterin Heidi Eckl (ÖDP) vermisste Zusagen über Fachmärkte. Denn: Supermärkte gebe es eh schon vier. "Alles ist interessant, was noch nicht da ist", versicherte ihr Neukam, dass er Wert darauf lege, im Umfeld des "Frequenzbringers" auch Angebotslücken zu schließen und für Geschäfte zu sorgen, die überörtliche Ausstrahlungskraft besitzen. Stadtrat Hans-Georg Dobler (CSU) hielt es für angebracht, dem Investor da Vertrauen entgegenzubringen. Er wollte zudem von Neukam wissen, ob die Regierung das Vorhaben in dem gemeinsamen Gespräch denn wirklich so eindeutig, wie vom Bürgermeister dargestellt, abgelehnt habe. Die Stadt, so Neukam, lege fest, was sie haben will; daran orientiere sich die Regierung.

Bürgermeister Armin Schärtl (SPD), der Neukam als "seriösen und fachkompetenten Vertreter seiner Spezies" bezeichnete, zitierte aus dem Landesentwicklungsprogramm. Demzufolge komme dieser Standort nicht für ein Handelsgebiet in Frage. Daran halte sich die Regierung. Ihre Bedenken stützten sich auch auf das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, das der Stadtrat beschlossen hatte und das er zu vertreten habe. Stadtrat Frank Zeitler (CSU) hielt dessen Änderung jederzeit für möglich.

Die Stadträte Peter Haas und Josef Götz (beide SPD) befürchteten, dass ein Handelszentrum einen Verdrängungswettbewerb und neue Leerstände auslöse. "Das Netzwerk bietet vieles, man bekommt in Nabburg fast alles", meinte Götz. Es fehle eigentlich nur an Bekleidung.

Im weiteren Verlauf der von Stadträten dominierten Debatte appellierte Hans-Georg Dobler, eine Chance beim Schopf zu packen, die es in Nabburg höchstens alle fünf Jahre mal gebe. Stadtrat Horst Jäger (ÜPW) bekundete in einem "kleinen Statement", dass das Netzwerk Nabburg, dem er angehört, nichts gegen das Handelszentrum habe. Im Gegenteil: Es gebe auch Stimmen dafür.

Frank Zeitler sah die Stadt an einem Punkt angekommen, an dem sie einmal entscheiden muss, ob sie vorankommen oder sich immer nur im Kreis drehen wolle. Sie müsse ihre Interessen da selbst in die Hand nehmen und sich nicht auf Büros in Weimar, Leipzig oder München oder Behörden berufen. Stadtrat Michael Giesl (CSU) fasste zusammen: "Ich habe das Gefühl, die Leute wollen das Handelszentrum, die Entscheidung war falsch, und die Mehrheit sollte sich überlegen, ob sie vielleicht an der Bevölkerung vorbei regiert".
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