"Momentnsammler" mit Gefühl

Werner Schmidbauer (Bild) und Martin Kälberer begeisterten das Publikum. Am Samstag machte das Duo im Zuge seiner Abschiedstournee Station in der Nordgauhalle. Bild: Baehnisch
Lokales
Nabburg
01.12.2015
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Mit erwartungsvollen Besuchern gefüllt war die Nordgauhalle, als "Schmidbauer & Kälberer" ihr Programm "Wo bleibt die Musik?" starteten. "Ois is guad" lautete der erste Song des Abends - und das war es.

Werner Schmidbauer begleitete sich beim ersten Lied auf der Gitarre, Martin Kälberer kam von hinten mit dem Akkordeon dazu und intensivierte die Begleitung. Das nächste Lied benannte "Schlaglichter", dementsprechend bediente Kälberer die Trommel, das Schlagzeug und dann auch noch das E-Piano. Stets berührten die besinnlichen wie kraftvollen Klänge die Zuhörer emotional.

Damit nicht genug: "Manche sammeln Buidln" war ein flotter Song zum Mitsingen, was das Publikum gerne tat. Auch "I bi Momentnsammler", in dem Martin Kälberer wieder das Klavier beanspruchte, lief rhythmisch mitreißend vorüber. "Istanbul" war der folgende Titel. Ein Duo für Gesang und Klavier, in dem Erinnerungen an einen schönen Aufenthalt in sehnsüchtigen Klängen verdeutlicht werden. Sie stellen dar, welch unvergessliches Erlebnis die Stadt am Bosporus war.

Komplizierter Rhythmus

Dann wieder Gitarre und Schlagzeug: "Wo immer du bist, ich bin bei dir" lief in kompliziertem Rhythmus ergreifend ab. Und erneut Gitarre und Klavier. Sie begleiteten Werner Schmidbauer, der ein Lied für Flüchtlinge sang: "Sie kemma ausm Süden und ham nur se säiwa dabei", stellte er fest und meinte: "Sie hädn sovui zum song", bis ihr Wunsch erfüllt würde "in Friedn zu leben". Weiter gings in gleicher Besetzung "Bitte setz di hi", ein Epos, das in allen Situationen des Lebens erstrebt, Ruhe zu bewahren. Ein rundes Instrument, genannt "Hang", erzeugte ganz eigene Trommelklänge und ermöglichte raffinierte Rhythmen. Martin Kälberer setzte es beim nächsten Lied ein und erntete damit großen Sonderbeifall. Als letztes Lied vor der Pause ertönte "I sog dirs", das inmitten fetziger Klangfolgen auch äußerte: "Wo bleibt die Musik?" Der ganze Saal sang mit. Den zweiten Teil des Abends begann Martin Kälberer allein am Klavier mit einer mitreißenden Melodienfolge. Mittendrin kam dann sein Kompagnon, setzte sich daneben und sang voller Sehnsucht "Wärst du bei mir". Auch das nächste Stück lebte von dieser Besetzung. "I frog me, wos des soi" glitt schnell und ruhelos gemäß der Aussage vorüber.

Werner Schmidbauer erzeugte mit der Mundharmonika beruhigende Töne im Lied "Glück gehabt". Eine Hymne für eine Frau, "Schreim fia di" und ein Lied nicht über Anfang oder Ende einer Beziehung, sondern über die glückliche Dauer folgten. Auch "Dass ma heid Nachd beinanda san" für zwei Gitarren hielt diese positive Stimmung. Das Publikum klatschte mit. Ein weiterer aufmunternder Song folgte: "Aufgebn wird erst ganz am Schluss" erklärte die Situation der beiden Musiker, die sich in ihrer letzten gemeinsamen Tour befinden.

Ein Wunsch des Gitarristen folgte als letztes Lied: Sehr rhythmisch, schnell und lebhaft wurde Nelson Mandela, dem Hoffnungsträger Afrikas gedacht. Den Refrain sang das Publikum mit. Zwei Zugaben gab es noch und damit ging ein klangreicher Abend stimmungsvoll zu Ende.
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