Monstranz mit Reliquie

Lokales
Nabburg
21.10.2015
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Das Burchard-Fest feierte die Pfarrei am Sonntag zugleich mit der Allerwelts-Kirchweih. Das gab Gelegenheit, als Heimatgemeinde das Andenken an den vielleicht bedeutendsten Sohn von Stadt und Pfarrei den Heiligen wieder ein wenig aus dem "Schatten" hervorzuholen.

Ein Fest des Glaubens feierte am Sonntag die Katholische Kirchengemeinde und blickte dabei auf das Glaubenszeugnis des Heiligen Burchard, der vor rund 1000 Jahren als Bischof in Halberstadt mutig und weitsichtig am Aufbau der Kirche gearbeitet hat. Nach Pfarrer Hannes Lorenz lädt der Heilige alle ein, "durch einen mutigen und tatkräftigen Glauben mitzubauen an der Kirche in unserer Heimat: als lebendige Steine, die sich einsetzen für das Miteinander und die Weitergabe des Glaubens".

Den festlichen Gottesdienst feierte Pater Gregor Lenzen in Konzelebration mit Stadtpfarrer Lorenz, Ruhestandpfarrer Gottfried Rottner und Kaplan Christian Blank. Pater Gregor, ein Sohn Nabburgs, der letztes Jahr sein 30. Priesterjubiläum begehen konnte, stellte in seiner Predigt die Heiligkeit als Werk der Gnade Gottes in den Vordergrund: "Was sagt uns dieser Heilige, der relativ spät wieder in das Bewusstsein seiner Geburtsstadt getreten ist?"

"Sind wir nur stolz darauf, dass aus unserer Stadt ein solch bedeutender Mann hervorgegangen ist, der in seiner Zeit eine wichtige Rolle in Kirche und Gesellschaft gespielt hat?", fragte er. Burchard war Kanzler von Kaiser Konrad II., Bischof von Halberstadt, Landesherr mehrerer Grafschaften und mehr. All das sei nicht das Entscheidende an dieser Persönlichkeit im deutschen Reich des elften Jahrhunderts: "Wir ehren ihn, weil sein Leben gelebtes Evangelium war und er sich selbst dessen Verkündigung hingegeben hat. Darin ist uns Burchard Vorbild und Beispiel."

Neuer Aufbewahrungsort

Eingehend auf das allgemeine Kirchweihfest bemerkte Pater Lenzen, dass es hierbei nicht um die Einweihung eines Sakralbaus gehe, sondern auch an die Kirche als Geheimnis, an den geistigen Bau der Kirche, der aus lebendigen Steinen zusammengesetzt sei, "aus uns, den Getauften, die wir Glieder am Leib Christi sind." Und eine Reliquie sei nicht nur irgendein Knochenrest. "Das ist eine materialisierte Erinnerung. Sie will uns ganz konkret an ein heiliges Leben und an unsere eigene Berufung zur Heiligkeit erinnern."

In diesem Jahr wurde die Reliquie des Heiligen Burchard erstmals sichtbar gemacht. Bei einer DNA-Analyse in Bozen wurde das bekannte "weiße Kissen" geöffnet und die Schädelreliquie untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Watte unter dem Knochen äußerst ungeeignet ist, diesen "Schatz" aufzubewahren, da diese immer Feuchtigkeit anzieht. Es wurde dabei empfohlen, die Reliquie so trocken wie möglich zu verwahren.

Zu Beginn des Gottesdienstes wurde die Reliquie, die sich seit einigen Wochen in einer goldenen Dose im rechten Seitenaltar befand, in eine Monstranz eingefügt. Auf dem Altartisch sichtbar aufgestellt, wurde am Ende der festlichen Feier der Einzelsegen mit der Reliquien-Monstranz erteilt. Der Pfarrgemeinderat ergänzte das Burchard- und Kirchweihfest mit einem "Kirchencafe'" auf dem Kirchplatz zwischen Gotteshaus und Pfarrhof.
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