Mundart-Liedermacherin Karin Rabhansl begleitet sich auf Gitarre und Mundharmonika
Bayerische Schmankerl mit Musik

Karin Rabhansl sang und spielte am Donnerstag im "Theatro". Bild: tie
Lokales
Nabburg
23.01.2015
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Das "Theatro" war trotz Wochentag total mit erwartungsvollem Publikum angefüllt, als Karin Rabhansl, laut eigener Einschätzung "Mundart-Liedermacherin mit Gitarre", begann ihr Programm "Mogst schmusn, mia wad's wurscht" vorzustellen. Vom ersten Eindruck her wurde klar, dass sie ihr Motto Lügen strafte, denn so engagiert wie sie sang und spielte, glaubte man dieser vitalen Frau schwer, dass es etwas geben könnte, was ihr echt nur "wurscht" wäre.

"Wurscht" ist nichts

Kurz vor Programmbeginn hatte sie beim Kickern gegen ihren Partner ganz knapp verloren, und sie bekannte dann mit voller Stimme, sie sei "ein schlechter Verlierer". Jedenfalls war sie erst recht zum Singen motiviert und gestaltete hell und klar die Töne ihrer selbstverfassten Lieder. Dass sich der bairische Sprachgebrauch manchmal nicht in jedem akustischen Umfeld absolut verständlich durchsetzt, liegt in der Natur bayerischer Aussprache und muss deshalb hingenommen werden.

Drei Gitarren hatte sie dabei, und die eine, die gerade erklang, brachte Akkorde hell und laut in vollem Schwung des rechten Arms zu Gehör. Genauso wurden leise Tonfolgen genau im Zeitmaß und mit intensiver Gestaltung gezupft. Um ihr Motto genauer auf den Wahrheitsgehalt zu untersuchen, brachte sie Beispiele. So etwa "gscherte Gstanzln", welche Leute aktivieren, die gegen Vortragende solcher Gesänge mit Schläuchen Wasser spritzen. Natürlich fragte Karin Rabhansl in so einem Falle, wer jetzt eigentlich "gschert" ist. Oder die Aussage "Bitte sei mei Schatz, weil i ohne di sterb". Selbstredend glaubte man der Sängerin bei ihrem intensiven Vortrag und den umwerfenden Begleittönen, dass sie den tieferen Zusammenhang zwischen Liebe und Tod durchschaut.

"Seid's dabei?": Diese Frage erübrigte sich eigentlich, denn der Beifall des Publikums, der immer wieder aufbrandete oder die spontanen Lachsalven, die ebenfalls oft genug erfolgten, zeigten schnell, wie sehr die Sängerin das Publikum in ihren Bann gezogen hatte. Man merkte, dass der Niederbayerin eigentlich nichts "wurscht" ist.

Diskrepanzen des Alltags

Wild in der Bewegung und heftig im Klang leitete Karin Rabhansl das Lied "Du g'spürst wos, wos die andern nimmer g'spürn" ein und blieb bei dieser Umsetzung. Da klang nix "wurscht"! Alles gipfelte in der Aussage "Ich wär so gern so cool wie du" und zeigte damit, wie sich Gegensätze zuweilen weiterentwickeln können. Das rhythmisch bewegte Lied "Das Wetter wär so schön, wenn es nicht regnen tät" zeigte die oftmalige Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit und die übliche Gleichzeitigkeit des halbvollen und halbleeren Glases. Und das soll einem alles "wurscht" sein? Nach zwei Zugaben war man als Zuhörer wieder zurück in der normalen Welt.
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