Musik für eine gute Sache

Eine Ausstellung mit dem Thema "100 Jahre Beginn des Ersten Weltkriegs" machte im Vorraum zur Halle auf sechs großen Tafeln auf die Auswirkungen des Krieges in verschiedenen Aspekten aufmerksam.
Lokales
Nabburg
13.10.2014
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In einem Benefizkonzert brachte der Reservistenmusikzug Oberpfalz schmissige Melodien zu Gehör. Das Ganze für einen sozialen Zweck.

Aus der Nordgauhalle erklang schwungvolle Blasmusik. Im Vorraum war dagegen eine Ausstellung mit einem ernsten Thema aufgebaut. Es ging um den vor 100 Jahren begonnenen Ersten Weltkrieg. Auf sechs großen Tafeln wurden die Auswirkungen des Krieges in verschiedenen Aspekten aufgezeigt. Die letzte Tafel befasste sich auch mit der Arbeit des "Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge". Und hier wurde die Verknüpfung mit der Blasmusik in der Halle sichtbar: Das Benefizkonzert fand zugunsten dieses Volksbundes statt.

Zunächst spielten die 29 Mitglieder der "Jugendblaskapelle Nabburg" eine Stunde lang schmissige Melodien zur Einstimmung. Markus Ferstl dirigierte exakt. Um den Nachwuchs muss man sich wirklich keine Sorgen machen. Nach den sauberen Klängen im hinteren Bereich der Halle betrat der "Reservistenmusikzug Oberpfalz" unter Leitung von Stabsfeldwebel Christian Ziegler die Bühne. Bevor die Musiker loslegen konnten, begrüßte Bürgermeister Armin Schärtl die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer und verwies darauf, dass die sinnvolle Arbeit des Volksbundes gerade in einem solchen Jubiläumsjahr wie dem aktuellen Anerkennung verdiente.

Der von Johann Heinrich Walch komponierte "Pariser Einzugsmarsch (1814)" bot dann die geeignete festliche Eröffnungsmelodie, die bestens auf das musikalische Geschehen des Abends einstimmte. Vor dem zweiten Stück begrüßte der Vorsitzende des Musikzuges, Peter Habermeier, die Anwesenden. Der "Song of Freedom" von Jan de Haan schloss sich an und baute komplizierte Motive auf, die jedoch einschließlich des Schlussmotivs aus Beethovens 9. Symphonie von dem Musikzug brillant vorgetragen wurden. Das gilt ebenso für "Espana op 236 " von Emil Waldteufel, einen berühmten Walzer in einer raffinierten Bläserfassung. Richard Strauss hat den "Königsmarsch" 1905 verfasst. Seine hymnischen Fanfaren ertönten in überzeugendem Zusammenklang.

In jeder Programm-Nummer erfreute das sehr schön abgemessene Zusammenspiel der Instrumente unter Christian Ziegler. Das "Concerto d'Amore" von Jacob de Haan (Bruder von Jan) präsentierte facettenreiche Stimmung, die durch etliche Melodien geprägt wurde. Der berühmte "Csardas" von Vittorio Monti erklang in einer Fassung für Soloklarinette und Bläser. Heiner Weigert zeigte sich als gewandter, spielfreudiger Virtuose, der sein Instrument gekonnt für die Melodie und deren Umspielungen - und wenn sie noch so schnell waren - einsetzte.

Den Abschluss des ersten Teils bildete der Marsch "Aller Ehren ist Oesterreich voll op 28" von J. Nowontny dessen festliche Klänge auf die Pause einstimmten. Der zweite Teil des Abends begann mit "Carioca" von Kahn/Eliscu/Youmans, einem rasanten Stück in erheblicher Lautstärke, dessen Rhythmen offensichtlich nie zu bremsen waren. Stattdessen gab es von Klarinette, Flöte, Posaune, Trompete einige glänzende Soloeinlagen zu hören. Es folgte das "Bill Ramsey Medley" mit Peter Habermeier als einfallsreichem Sänger, der die Zuhörer immer wieder zum Schmunzeln brachte. Auch "Jazzin' It Up" von Harry Richards bedurfte Solisten. Fünf Frauen und ein Mann spielten die Solo-Saxophone in fulminantem Zusammenklang. Das begleitende Blasorchester gab die Harmonien, ohne die Solos zu übertönen.

Dann die "Rhapsodie in Blue" in freier Adaption von Gershwins Musik durch Nachiro Iwai. Die Ruhelosigkeit des Originals wurde eher noch übertroffen. "Rosamunde" von Jaromir Vejvoda schloss sich an als lebhaft dahinströmende Polka. Und schon war bedauerlicherweise das letzte Stück erreicht: "Zum Städtel hinaus" von Georg Meissner beschloss mit wiegendem Rhythmus das gelungene Programm des Abends.

Der aufbrausende Beifall danach veranlasste noch Zugaben, wobei das Publikum bei "Berliner Luft" klatschend mitwirkte.
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