"Nabburg, deine Musiker"

Die fünf Bänder im Castillon-Saal symbolisieren Notenzeilen und fixieren Informationen über Michael Haller, Martin Fidel, Peter Schriml, Georg Götz und Andreas Weiß - allesamt Musiker in oder aus Nabburg. Bild: aub
Lokales
Nabburg
01.07.2015
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Weil neben Michael Haller auch Musiker und Türmer Martin Fidel vor 100 Jahren starb, wurde die neue Ausstellung "Nabburg, deine Musiker" im Stadtmuseum gleich mehrstimmig komponiert.

(aub) Wie Notenzeilen halten fünf Bänder im Castillon-Saal zusammen, was Michael Haller, Martin Fidel, Peter Schriml, Georg Götz und Andreas Weiß verbindet: Sie alle waren Musiker in oder aus Nabburg.

Zwischen den Zeilen ist "zu lesen", was bildlich, schriftlich und in Anekdoten, über sie "notiert" ist. Die Musikgeschichte Nabburgs beginnt mit höchsten Tönen, als Türmer wie Jakob Hübner oder Franz Michael Walter - verwandt mit Johann Strauss und Lehrer des in Neusath geborenen Michael Haller - den Bürgern mehr als nur deren Tagesrhythmus "signalisierten".

Aus Goethes Faust

"Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt, dem Turme geschworen, gefällt mir die Welt. Ich blick in die Ferne, ich seh in der Näh, den Mond und die Sterne, den Wald und das Reh", zitierte Christa Haubelt-Schlosser zur Vernissage einige Strophen aus Goethes Faust. Konträr zu den zeitlosen Versen des Dichterfürsten brachte die Erfindung der Glocken oder der Uhren die Türmer allmählich aus dem Takt und drängten sie aus ihrem streng reglementierten Amt ins Metier der Musiker und Stadtkapellmeister. Besonders Peter Schriml machte sich hier später über seine hohe Qualität hinaus als Archivar alter Stücke verdient. Auch der Kirchenmusik standen Ende des 19. Jahrhunderts Reformen bevor. Der "Allgemeine Cäcilien-Verein" strebte nach der wahren "musica sacra" und fand in Michael Haller einen genialen Komponisten, der die altklassischen Polyphoniker meisterlich neu zu interpretieren wusste. Sein Ruhm als "Palestrina des 19. Jahrhunderts" ist wie seine Musik (mehrstimmiger A-capella-, Mess- oder Chor-Gesang sowie Orgelwerke) bis heute nicht verhallt. Speziell in Regensburg, an Hallers letzter Wirkungsstätte als Kanonikus der "Alten Kapelle", bleibt sein Lebenswerk noch lebendig.

Kleine Zugabe

Kleine Zugabe gefällig? Das "Prospekt" zur dortigen Orgel stammt aus der Werkstatt des "wohlerfahrenen und in Deutschland wegen seiner Rechtschaffenheit" bekannten Nabburger Orgelbauers Andreas Weiß. Mit ihm findet die Ausstellung "Nabburg, deine Musiker" inhaltlich ihren Schlussakkord.
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