Nach 22 Jahren total verrostet

Erst 22 Jahre alt und schon kaputt: Der Steg über den Halsgraben wird erneuert. Zu groß sind die Schäden, die der Rost bereits angerichtet hat. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
05.11.2014
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Der Steg über den Halsgraben wurde 1992 gebaut, ist aber schon ziemlich beschädigt. Der Rost hat der Stahlbrücke schwer zugesetzt. Mittlerweile ist es fünf vor Zwölf: Die Stadt muss dringend handeln - und das wird sie.

Der Stadtrat stand vor der Entscheidung, das Bauwerk instand zu setzen, oder - teilweise - neu zu bauen. Karsten Uhlig vom Ingenieurbüro "K+U-Plan" hatte dazu eine klare Meinung: "Eine Sanierung ist möglicherweise nicht mehr sinnvoll", schickte er seinem Vortrag bei der Stadtratssitzung am Dienstag voraus. Das hat mehrere Gründe: Zum einen schätzte er die "Lebensdauer" einer neuen Brücke auf etwa 80 Jahre, die einer sanierten auf rund 20. Zum anderen nannte er die Kosten: Sie belaufen sich bei einer Instandsetzung auf rund 130 000 Euro und bei einer Teilerneuerung auf etwa 196 000 Euro.

Angesichts dessen war auch der Stadtrat der Ansicht, dass eine Teilerneuerung zwar mit einem etwas höheren finanziellen Aufwand verbunden, dafür aber nachhaltiger ist. Zumindest fast das gesamte Gremium: Dr. Helmut Ertl (ÜPW) stellte die generelle Existenzberechtigung des Stegs infrage. "Ich plädiere für einen absoluten Abriss", sagte er. Das Bauwerk über den Halsgraben führe nur zu einer kleinen Abkürzung von wenigen Minuten. Deshalb sei es für den Steuerzahler nicht zu vertreten, wenn dafür 200 000 Euro ausgegeben würden. Irene Ehemann (ABU) entgegnete, dass die Überführung zu einem Großteil von Schulkindern genutzt werde.

Noch begehbar

Ist der Steg noch sicher begehbar? Das wollte CSU-Stadtrat Frank Zeitler vom Ingenieur wissen. "Derzeit besteht kein Anlass zu einer umgehenden Sperrung", entgegnete Uhlig. Gleichwohl müssten im Bälde weitere Untersuchungen zur Stabilität des Bauwerkes vorgenommen werden. Die Ergebnisse werden dem Stadtrat in einer der ersten Sitzungen im neuen Jahr präsentiert. In die Nachhaltigkeits-Kerbe schlug auch Hans-Georg Dobler (CSU): Dass das Bauwerk 80 Jahre lang halten werde, sei wahrscheinlich beim Bau des jetzt schon arg ramponierten Stegs vor 22 Jahren auch schon gesagt worden. Er hielt die vorgeschlagene Teilerneuerung aber dennoch für nicht schlecht, plädierte jedoch dafür, die Kosten vorher zu fixieren.

Mit der Gegenstimme von Dr. Helmut Ertl sprach sich der Stadtrat für die Teilerneuerung aus. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass die endgültige Entscheidung darüber, wie die Teilerneuerung konkret vonstatten geht, im Mai oder Juni nächsten Jahres fällt. Die Ausschreibung könnte im Herbst erfolgen und die Wiederherstellung des Stegs schließlich im Mai 2016.
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