"Nacht der Musicals" in der Nordgauhalle
Glanzvolle Ohrwurm-Gala

Der "König der Löwen" zum Auftakt: Mit "Circle of Life" eröffneten die acht Darsteller die zweieinhalb Stunden lange Gala und entführten die rund 500 Gäste in die "World of Musicals". Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
25.01.2015
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Das Rezept für den Musik-Cocktail klingt vielversprechend: Nicht weniger als "Alle Hits in einer Show" versprechen die Veranstalter - und sie übertrieben nicht. Bei der "Nacht der Musicals" dreht sich am Freitag in der Nordgauhalle alles um Tarzan, tanzende Vampire oder den König der Löwen. Auch zwei verrückte Doktoren bitten zur "Sprechstunde".

Die Reise durch die Welthits beginnt in der afrikanischen Savanne: Mit "Circle of Life" aus dem Musical "König der Löwen" eröffnen die acht Darsteller die zweieinhalb Stunden lange Gala. "Alles wird live gesungen", wurde zu Beginn der Show "The World of Musicals" versprochen. Um es vorwegzunehmen: Gesanglich zeigen die Darsteller aus England, Wales und Australien, die jahrelange Erfahrung auf den Bühnen dieser Welt gesammelt haben, eine eindrucksvolle Leistung - vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass sie die dazu gehörenden Tanz-Elemente ebenfalls mühelos meistern.

Die Musik dazu kommt zwar vom Band, aber das tut der Performance kaum einen Abbruch. Von der Savanne in den Dschungel: "Dir gehört mein Herz" ("You'll be in my Heart" von Phil Collins) aus "Tarzan" ist der nächste Zwischenstopp auf dem Ausflug durch die Gassenhauer, bevor eine Hommage an die schwedische Über-Band "ABBA" folgt: Die Titel aus "Mamma Mia" sind erste Ausflüge zu den Uptempo-Liedern, bevor die erste Hälfte des Programms balladesker und ruhiger weitergeht.

Über die Verwandlung von Dr. Jekyll zum Fiesling geht es zum Finale des ersten Aktes: Die singenden Nonnen von "Sister Act" stehen auf der Bühne. Auch die rund 500 Besucher in der Nordgauhalle stehen erstmals und singen "Oh happy Day".

Neue Facetten

Verrucht-frivol der Beginn des zweiten Teils: Während Ben Alyn Francis, Richard Mark Jones, Michael Rees und Simon Loughton eine junge Dame aus dem Publikum becircen, nehmen Anna McGarahan, Katherine Glover, Sophie Nicholls und Tinuke O'Yediran im "Cabaret" Abschied von ihrem "Lieben Herrn". Eine interessante Darbietung gibt "Scaramouche" als karo-berockte Verliererin, die sich nach der großen Liebe ("Somebody to love") sehnt.

Alle Bilder: Benjamin Tietz

Die Interpretation des Queen-Klassikers aus "We will rock you" mit einer Frauenstimme zeigt Facetten des Hits aus dem Jahr 1976, die man so noch nicht kannte. Melancholischer, zerbrechlicher als im trotzig-rockigen Original singt "Scaramouche" die Verzweiflung über ihre Einsamkeit in die Welt hinaus. Gleiches gilt für "Bohemian Rhapsody": Als Duett konzipiert, meistern die Sänger die anspruchsvolle Aufgabe, Freddie Mercury so nah zu sein, wie man es eben sein kann.

Von den Stühlen gerissen

Auch Dr. Frank N. Furter gibt sich die Ehre: Der Verführer des biederen Spießer-Pärchens Brad und Janet aus der "Rocky Horror Picture Show" lädt zur Travestie-Show und tanzt - natürlich - den "Time Warp". Mit drei Stücken aus "Les Misérables" endet der Hit-Cocktail - vorläufig. Das mittlerweile von den Stühlen gerissene Publikum erklatscht sich noch Zugaben: "Time of my Life" aus "Dirty Dancing" - mit Hebefigur - und ein Medley von Blues-Brothers-Hits, gibt es, bevor die acht Darsteller endgültig von der Bühne gehen und einem - frei nach ABBA - nur ein Fazit erlauben: "Thank you for the Music".
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