Nächster Schritt zum Bau

Auf dieser Wiese - im Hintergrund ist das Gymnasium zu sehen - im Lindenweg sollen zwei Häuser mit jeweils zwölf Wohneinheiten entstehen. Die Bewohner der gegenüberliegenden Straßenseite sind davon nicht begeistert. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
10.07.2015
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Im Lindenweg will ein Investor zwei Häuser mit insgesamt zwölf Wohneinheiten bauen. Im Oktober beschloss der Stadtrat einstimmig, die dafür nötige Bebauungsplan-Änderung einzuleiten. Neun Monate später ist es mit der Einstimmigkeit gar nicht mehr so weit her.

Das Grundstück liegt in direkter Nachbarschaft zum Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium im Sandwich zwischen Einfamilienhäusern und Schulkomplex. Die dortigen Obstbäume und das wuchernde Gras sollen bald zwei modernen Wohngebäuden mit insgesamt zwölf Einheiten auf Parterre und zwei Etagen weichen. Ein Punkt im Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans ist die frühzeitige Bürger- und Behördenbeteiligung. Und genau hier regte sich vom Landratsamt und vor allem von den Anliegern zum Teil großer Widerstand gegen das geplante Vorhaben. Aus der Kreisbehörde kam die Einschätzung, dass unter anderem wegen der Gestaltung eine städtebauliche Fehlplanung vorliege. Diese Auffassung teilten auch die Bewohner des Lindenwegs. Hier wurden außerdem noch Bedenken wegen der Anzahl der Wohneinheiten, der Gebäudegröße mit Erdgeschoss und zwei Obergeschossen sowie der steigenden Verkehrsbelastung laut.

Bedarf an Wohnraum

Bürgermeister Armin Schärtl bezeichnete diese Sorgen der Anwohner zwar als "nachvollziehbar", betonte aber auch, dass die Stadt dringenden Bedarf an Wohnraum habe. Deshalb: "Ich ließe dieses Vorhaben nur ungern scheitern". Diese Meinung teilten einige Stadträte nun nicht mehr. Für Dr. Helmut Ertl (ÜPW) hat sich durch den geplanten Busbahnhof und den am Lindenweg vorbeiführenden Schulweg eine andere Situation ergeben. Auch er war zwar der Meinung, dass die Stadt Wohnraum benötige, plädierte nun aber dafür, einen Kompromiss zu suchen und das Vorhaben umzuplanen.

Ohne Zweifel gebe es eine große Nachfrage nach Wohnungen, räumte auch Bernd Hofmann (CSU) ein. Angesichts des Widerstandes kam er aber jetzt zu dem Schluss: "Hier wird das Planungsrecht mit Füßen getreten". Er sprach von zwei "Monsterbauten", die nicht in die umliegende Bebauung passen würden. Um es nicht auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen zu müssen, sprach sich Hofmann dafür aus, den Widerständen Rechnung zu tragen. Aus den Reihen der CSU kam der Vorschlag, dort stattdessen eventuell Doppelhäuser zu bauen.

SPD-Fraktionssprecherin Evi Thanheiser betonte, dass die Sozialdemokraten nach wie vor zu dieser architektonisch anspruchsvollen Planung, die sich auch in die Umgebung einfüge, stehen. Rita Holzgartner (SPD) erinnerte an die Sitzung im Oktober, als die Planung vorgestellt worden sei - "und dann haben wir alle zugestimmt". "Da haben wir das Umfeld nicht bedacht", begründete Frank Zeitler den jetzigen Sinneswandel.

Am Ende hatte der Stadtrat über jeden Einwand und Hinweis einzeln abzustimmen. Dabei beschloss er jeweils mehrheitlich, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen und das Änderungsverfahren weiterzuführen. Das tat er bei sämtlichen Einwänden mit Gegenstimmen aus der CSU-Fraktion. Hinzu kamen bei zwei Abstimmungen die ÜPW-Stadträte Dr. Helmut Ertl und Horst Jäger.
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