Neue Version nach altem Vorbild

Der Steg über den Halsgraben ist derzeit gesperrt. Müsste nicht sein, sagt der eingeschaltete Statiker. Für "normale" Belastung ohne größere Menschenansammlungen wäre er durchaus noch nutzbar. Der Stadtrat beschloss mit 11:8-Stimmen eine Teilerneuerung des Bauwerks im Jahr 2016, um die kürzeste Verbindung zwischen Seyerleingarten-Parkplatz (Hintergrund) und Altstadt aufrechtzuerhalten. Bild: Amann
Lokales
Nabburg
16.04.2015
0
0

Die Stadt lässt den Steg über den Burggraben erneuern. Diese Entscheidung traf der Stadtrat mehrheitlich. Zuvor erfuhr er aus berufenem Munde: Die derzeitige Sperrung wäre gar nicht nötig gewesen.

Eine technische Bestandsaufnahme leitete das Thema in der Stadtratssitzung ein. Karsten Uhlig von der "K+U-Plan Ingenieurgemeinschaft" aus Wunsiedel verdeutlichte dabei, dass er nicht zu einer Sperrung des Stegs für den Normalbetrieb geraten hätte. Er hätte auch keine Warnschilder angebracht, um Panikmache zu vermeiden. Nachdem er sein Untersuchungsergebnis (grüner Kasten) ausführlich vorgestellt hatte, führte das Plenum ohne seine Anwesenheit eine politische Diskussion. Es stellte sich schnell heraus: Pro- und Contra-Stimmen halten sich in etwa die Waage.

Das Für und Wider

Als Befürworterin der Wiederherstellung des Stegs meinte SPD-Sprecherin Evi Thanheiser, dass der Stadtrat Anfang der neunziger Jahre schon gute Gründe für den Bau gehabt habe. Gestalterische Aspekte nannte sie genauso wie die Schulwegsicherheit. Ihr pflichtete Irene Ehemann (ABU) bei und fügte an, dass der Steg auch für Touristen, die mit dem Bus in der Stadt ankommen, und bei anschließenden Stadtführungen eine wichtige Funktion einnimmt. Josef Götz (SPD) unterstrich den Sicherheitsfaktor: Vom Parkplatz im Seyerleingarten führe der direkteste Weg eben über den Steg zum Schlosshof.

Als vehementer Gegner zeigte sich Dr. Helmut Ertl (ÜPW). Bei der aktuellen Haushaltslage der Stadt bezeichnete er es als indiskutabel, "200 000 Euro für einen Steg auszugeben, den niemand wirklich braucht". Er erspare jedem Fußgänger maximal 40 Meter Umweg. Hans-Georg Dobler (CSU) stufte es außerdem als "nicht in Ordnung" ein, wenn der Stadtrat jetzt bereits im Vorgriff auf den Haushalt 2016 diese Summe verplant.

Kritik an der Verwaltung

Karl Beer (CSU) erinnerte an die letztmalige Behandlung des Themas im Stadtrat und fragte nach, was denn aus den vereinbarten Nachfragen geworden sei, um eine günstigere Alternative zu finden. Ihm ließ Johannes Schießl, der Bau-Ingenieur der Verwaltungsgemeinschaft, wissen: "Bei der Arbeitsbelastung" sei es nicht möglich, auch noch andere Behörden einzubeziehen und bei Kommunen nachzufragen, die vor ähnlichen Aufgaben standen. Frank Zeitler (CSU) wertete es als "enttäuschend", dass die Verwaltung diesen Auftrag nicht erfüllte. Es könne doch nicht angehen, dass vom Stadtrat "was beschlossen, dann aber nicht umgesetzt" werde. Schießl entgegnete: "Ich habe auch nur zwei Hände und kann nicht mehr tun".

Nach über einer Stunde stand die Beschlussfassung an. Eine knappe Mehrheit entschied, dass der Steg 2016 nach bisherigem Muster erneuert wird. Die elf Ja-Stimmen kamen von den SPD-, ABU- und ÖDP-Fraktionen sowie von Zweitem Bürgermeister Kurt Koppmann (ÜPW), der die Sitzung in Urlaubsvertretung leitete. Die acht Nein-Stimmen stammten von CSU und ÜPW.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.