Ohne Muskelkraft mobil

Per Knopfdruck wird das "iRad" eingeschaltet und richtet sich auf. Bei diesen zweirädrigen handelt es sich noch um einen Prototyp.
Lokales
Nabburg
09.07.2015
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Das "iRad" hat es David Flor angetan. Mit dieser umweltfreundlichen Mobilität will er vor allem junge Leute ansprechen. Bilder: Held (2)

Wer David Flor fahren sieht, schaut genauso überrascht aus der Wäsche, wie er im August vergangenen Jahres in Hamburg geschaut hat. Das elektrische Einrad lässt ihn seitdem nicht mehr los. Der Nabburger hat sogar ein Geschäft daraus gemacht.

Noch genügt für "Future Movement", wie der 22-Jährige seine Vertriebsfirma nennt, ein Büro im Firmengebäude Sauerzapfstraße 4. Dort arbeitet der junge Mann hauptberuflich im Betrieb seines Vaters mit.

Sein Herz hat er aber an die einrädrigen Fahr- und Sportgeräte verloren und seine Begeisterung ist ansteckend. Elegant sieht es allemal aus, wenn er mit dem elektrischen Einrad Probe fährt und flott unterwegs ist er auch. Sind aber die 18 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit erreicht, gibt des Fahrzeug unüberhörbar Laut.



Händlernetz aufbauen

"Ich sehe ein riesiges Potenzial in dem Ganzen", zeigt sich der Jung-unternehmer von seiner Geschäftsidee ebenso überzeugt wie von dem umweltfreundlichen Fortbewegungsmittel generell. Mit seiner älteren Schwester Claudia, einer ausgebildeten Grafikerin, geht er auf Werbetour, versucht außer dem Online-Geschäft ein Händlernetz aufzubauen, steht in Kontakt mit dem Deutschen Einradverband. Flors Hauptzielgruppe sind die 20- bis 30-Jährigen, besonders die Großstädter.

Er erklärt auch warum. Mit dem "iRad" lässt es sich flott ins Büro oder zum Einkaufen rollen. Das elf Kilo schwere Rad kann im Büro sicher aufbewahrt werden - unterm Schreibtisch oder im Schrank. Der Strom reicht für etwa 15 Kilometer oder eineinhalb Stunden Fahrt. Zum Aufladen hängt es eine Stunde an der Steckdose. In Metropolen, wie Paris, ist das "iRad" längst Trend, weiß Flor. Entwickelt wurde es als Solowheel 2009 in den USA.

"Ich war in Hamburg an einer Ampel gestanden, hab' jemanden mit dem Einrad gesehen und war fasziniert." Seitdem hat er sich nicht nur intensiv damit beschäftigt, sondern sich in die Materie eingearbeitet. Das "iRad", das er vertreibt, verfügt über ein LED-Front- und Rücklicht. Wird der Einschaltknopf gedrückt, richtet es sich auf. Das Aufsteigen ist so spürbar leichter als bei einem klassischen Einrad. Steigt der Fahrgast (unfreiwillig) ab, verfügt es über einen Kippschutz und rollt auch nicht davon.

Neugierig und interessiert

Flor empfiehlt Helm und Schutzausrüstung wie beim Skaten oder Inliner fahren. Anders als beim Segway gibt es keine Haltegriffe. Nur zum Lernen können Gurte und Stützen angebracht werden. "Gas gegeben" und gebremst wird ausschließlich per Gewichtsverlagerung. Noch in der Schwebe ist die straßenverkehrsrechtliche Einordnung. Momentan ist diese Form des Einradfahrens nur auf Privatgelände oder Spielstraßen erlaubt. "Polizei und Behörden sind aber interessiert und neugierig."

Sportlich elegant

Bisher sitzen Flors Kunden hauptsäschlich in Großstädten. Seine Schwester kann sich vorstellen, dass das "iRad" auf dem Land eher in der Freizeit genutzt wird. Den 22-Jährigen treiben die elektrischen Einräder nachwievor um und an. Er führt einen Prototypen für ein zweirädrigres "iRad" vor. Dieses wirkt stabiler als das einrädrige, dafür aber auch schwerfälliger und nicht so sportlich elegant. Ins Sortiment aufnehmen will er auch noch "Hoovertrax" - mehr eine Art Pedalo als ein Rad.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.future-movement.de
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